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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-10-20 · 10 (20.10.1927) · p. Seite 304

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
10 (20.10.1927)
Article
Hof a. d. Saale
Date
1927-10-20
Page
Seite 304 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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304 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 5lus dem Hof Ll. d. Saale. Am Sonntag, dem 18. September, vormittags 11 Uhr, fand die feierliche Einweihung des neuerbauten Gotteshauses statt. Die Feier vereinigte außer den Angehörigen der Gemeinde viele Ehren- und Festgäste, so daß der sinnig geschmückte Betraum kaum alle Teihnehmer fassen konnte. Als Ehrengäste waren erschienen Vertreter der Regierung von Oberfranken, des Stadtrates, des katholischen Pfarramtes, des evangelisch-lutherischen Dekanats, der höheren Schulen, des Bez.- Lehrervereins Hof-Stadt. Ebenso waren die Chefredakteure der Lokalpresse, Architekt Felsenstein und die am Bau mitarbeitenden Bau- und Handwerksmeister erschienen. Vom Verbände Bayerischer Israelitischer Gemeinden waren Rabbiner Dr. Bärwald (München) und Bankier Julius Wassermann abgeordnet. Die Nachbargemeinden Bayreuth, Kulmbach und Plauen hatten Repräsentanten entsandt. Verbände Harmonium feierlichst gespielt hatte, wies derselbe Redner darauf hin, daß mit der Erbauung des Gotteshauses endlich ein langgehegter Wunsch der Gemeinde Erfüllung findet, indem die Namen der gefallenen Helden an der Rückseite des Almemors für immer festgehalten werden. Mit einem Gebet für die Gefallenen Theodor Hamburger und Albert Rosenfeld schloß die Heldenehrung. Unter feierlichem Gesang an „waihi binssana" erfolgte das Einholen der Thorarollen, welche nach feierlichen Umzügen in die heilige Lade gebracht wurden. Ein Sologesang Psalm 121, leitete den eigentlichen Weiheakt ein. Bez.-Rabbiner Dr. Solomon als Bayreuth, der die Einweihung vollzog, sprach ein inhaltsvolles Weihegebet, das mit dem Vortrag des Segensspruches und Entzündung des ewigen Lichtes bendet wurde. Hierauf wurde vom Vorbeter der Psalm 15 unter Harmoniumbegleitung rezitiert. Wiederum bestieg Bez.-Rabbiner Dr. Salomon die Kanzel und 1& > Ein Chorgesang „Wie schön sind deine Zelte Jakob.." und ein Prolog, der auf die Bedeutung der Feierstunde hinwies, leiteten die Feier ein. Lehrer Weil hielt eine Ansprache, in der er zunächst die obengenannten Vertreter der Behörden und Körperschaften begrüßte. Der Redner sprach dann den Dank an Gott, der dem Werk Gelingen gab und Segen walten ließ über die Ausführung eines lang gehegten Wunsches. Er dankte allen Männern und Frauen, die das Werk fördern halfen; vor allem dem treuen Vorsitzenden der Gemeinde David Blauzwirn, der mit seltener Liebe und Hingebung sich dieser heiligen Aufgabe widmete und ihr zur siegreichen Lösung oerhalf. Auch dem Verbände Bayerischer Israelitischer Gemeinden zollte er hohen Dank für die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, die es erst ermöglichten, das Grundstück zu erwerben, sowie den Spendern, Künstlern, Bau- und Handwerksmeistern. Im zweiten Teile seiner Rede verbreitete er sich über die Bedeutung des Gotteshauses im Judentum, als Beth hath felloh Bet- und Lehrhaus und als Beth hamikdosch — Weihe- und Wehrhaus, hinweisend auf das schöne Weihegebet Salomos bei der ersten Tempelweihe zu Jerusalem. Nachdem Musikdirektor Sharschmidt das Lied vom „Guten Kameraden" auf dem hielt eine tiefempfundene Weiherede. Unter Zugrundelegung des Prophetenwortes Jesaja, Kapitel 51, Vers 16, legte er in einer geistvollen Ausführung die Aufgaben eines Gotteshauses dar. Die Predigt, die einen sichtlich tiefen Eindruck bei allen Zuhörern machte, schloß mit dem Gebete für Vaterland und Reichspräsidenten und dem Segen für die Gemeinde. Die Glückwünsche des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden überbrachte Rabbiner Dr. Bärwald aus München. Auch seine Ansprache fand starken Widerhall in den Herzen der andächtig lauschenden Besucher. Im Namen des Rates der Stadt sprach Stadtschulrat Wolfram, der dem Wunsche Worte lieh, daß Friede, Erbauung und Trost in dem neuen Raume wohnen möchten. Mit einem stimmungsvollen Chor: „Die Himmel rühmen des ewigen Ehre" und Postludium schloß die harmonisch und würdig verlaufene Feier, die nachhaltigen Eindruck bei allen Zuhörern auslöste. An die offizielle Einweihungsseier schloß sich ein Festessen in dem schön geschmückten Saale des Theresiensteingebäudes, an dem

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