Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 9 (19.9.1927)
- Article
- 25. Verbandstag des Kartell-Convents
- Date
- 1927-09-19
- Page
- Seite 289 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 289 Studenten), ist nicht dahin zu verstehen, daß die Satisfaktion gegenüber Juden eingeschränkt oder abgelehnt werden soll, wohl aber erfordert seine Durchführung eine Förderung der oben genannten Bestrebungen. Der Freiburger K.C.-Tag stand im Zeichen der Teilnahme der jungen aktiven K.C.er und es ist somit die berechtigte Hoffnung vorhanden, daß von den gefaßten Beschlüssen und dem Ergebnis der Diskussion ein neuer Impuls zur Belebung der verschiedenen Arbeitsgebiete des K.C. ausgeht. Lenkralverein. Die „Münchner Zeitung", Nr. 199/200 vom 23./24. Juli veröffentlichte eine Notiz „Zum 10. deutschen Studententag" mit folgendem Passus: „Nach elfterer Auffassung gehört der zur deutschen Studentenschaft, dessen Herz ftir sein Vaterland und die Reinerhaltung seines Volkstums schlägt, nach der zweiten Auffassung erkauft sich jeder die Zugehörigkeit, wenn er nur deutsch spricht und den Nachweis feiner Abstammung führt, wenn er auch innerlich dem Deutschtum als Volkstum fremd gegenübersteht, wie die österreichischen sozialdemokratischen und jüdischen Studenten, die auf das Deutschlandlied mit Pfuirufen antworteten." Auf eine Beschwerde des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, München, berichtigte das Blatt in seiner Nr. 202 vom 26. Juli wie folgt: Deutschlandlied und Studentenschaft In dem abschließenden Artikel zum 10. Deutschen Studententag in Nr. 199/200 der „Münchner Zeitung" befand sich eine Stelle, die, wie uns der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" schreibt, in seinen Kreisen großes Befremden hervorgerufen hat. Die beanstandete Stelle lautet: „Nach elfterer Auffassung gehört der zur Deutschen Studentenschaft, dessen Herz für sein Vaterland und die Reinerhaltung seines Volkstums schlägt, nach der zweiten Auffassung erkauft sich jeder die Zugehörigkeit, wenn er nur deutsch spricht und den Nachweis seiner Abstammung führt, wenn er auch innerlich dem Deutschtum als Volkstum fremd gegenübersteht, wie die österreichischen sozialdemokratischen und jüdischen Studenten, die auf das Deutschlandlied mit Psui-Rufen antworteten." Es ist hier, wir hatten geglaubt deutlich genug, nur von österreichischen Studenten die Rede. Aus den Wiener Studentenkrawallen, die mehrfach zur Schließung der Wiener Universität geführt haben, ist bekannt, daß das Absingen des Deutschlandliedes dort gewohnheitsmäßig mit Pfui-Rufen begleitet wird. Auch deutsche Sozialdemokraten, die das Deutschlandlied als die deutsche Nationalhymne anerkennen, haben schon ihr Befremden ausgedrückt über das Verhalten der österreichischen Marxisten beim Absingen des Liedes. Wir glauben daher, daß das Befremden des „Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" über unseren Bericht nicht am Platze war, konstatieren aber gern, daß die in dem Centralverein zusammengeschlossenen deutschen Juden nach dem uns zugegangenen Schreiben „sich innerlich dem Deutschtum durchaus nicht fremd fühlen", und daß ihr Herz für Deutschland schlägt „genau so wie die Herzen derer, die nur die Reinheit der Abstammung als Kriterium der Volksgemeinschaft gelten lassen wollen." Wenn dann aber das Schreiben des Centralvereins Zweifel ausdrückt, daß deutsch-jüdische Studenten auf das Absingen des Deutschlandliedes mit Pfruirufen reagiert haben sollen, so müssen wir erklären, daß dies in unserem Artikel gar nicht behauptet worden ist und keineswegs eine Verallgemeinerung beabsichtigt war, die den Eindruck erwecken könnte, als ob die deutsch-jüdische Studentenschaft in ihrer Gesamtheit antideutsch eingestellt wäre. Wenngleich die Redaktion der „Münchner Zeitung" erklärt, daß das Befremden des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nicht am Platze sei, so geht doch aus ihrer eigenen Berichtigung hervor, daß der unbefangene Leser bei der Anordnung des in Frage kommenden Satzes leicht eine Verallgemeinerung im Hinblick auf alle jüdischen Studenten vollziehen konnte. Die Klarstellung, die der Centralverein erzielte, muß daher begrüßt werden. Verband geseheskreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns. Seit 5 Jahren macht sich in Bayern eine Bewegung geltend, die den Zusammenschluß auch der gesetzestreuen Jugend zu einer starken Gemeinschaft anstrebt. Wer das selbstlose, nur für das Wohl des Taurohlebens in Bayerns Gemeinden bestimmte Wirken näher zu beobachten Gelegenheit hatte, der wird die Sympathie und Anerkennung, die sich dieser Verband gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns in allen Kreisen seines Tätigkeitsgebietes erworben hat, nur als den Ausdruck einer frohen Zustimmung zu den Bestrebungen dieser Jugend auszufassen haben. Ihr Ideal ist das der Agudas Israel, wie es vor 15 Jahren in Kattowitz der Welt feierlich verkündet wurde: ein hochentwickeltes Taurohleben in einer starken geeinten Orthodoxie. Wer diesem Ziel ehrlich dienen will, wird sich einer tatkräftigen Förderung dieses Jugendverbandes nicht entziehen können. Am 11. September hat der diesjährige Verbandstag in Fürth i. B. stattgefunden. Jüdisches Lammerorchesier München. In die Leitung der Proben teilen sich Herr Kleinbauer und Herr Lamm wie folgt: Kleinbauer: September: Mittwoch 21; Oktober: Dienstag 4; Donnerstag 20. Lamm: September: Donnerstag 29; Oktober: Donnerstag 13. Am Sonntag, dem 23. Oktober 1927, um 8 Uhr, findet anläßlich Simchas-Thora ein öffentliches Konzert statt. Geschlossene Hauptprobe vormittags 9 Uhr. Es ist deshalb zuverlässiges Erscheinen zu den Proben geboten. Die Leitung. Mitteilungen des Schochtimverbandes Bayerns Wir ersuchen unsere Mitglieder, die Halbjahresbeiträge pro 1927/28 umgehend an unseren Kassier, Herrn I. L u b i n s k i, Schweinfurt a. M., aus Postscheckkonto 36 5 59, Amt Nürnberg, einzuzahlen. Dr Vorstand. Den durch Erschwerungen verschiedener Art seit Kriegsbeginn teilweise unterbrochenen Bäckereibetrieb hat die nach streng rituellen Grundsätzen geführte Bäckerei Brader wieder in vollem Umfange ausgenommen. Zur Durchführung und Aufrechterhaltung des Betriebes ist es wünschenswert, daß die Gemeindemitglieder lebhaftes Interesse durch Auftragerteilung an den noch einzigen in München bestehenden Bäckereibetrieb eines jüdischen Handwerksmeisters zeigen. Die Aufsicht über den Betrieb wird durch Herrn Dr. Ehrentreu ausgeübt. (Siehe Inserat!) 0or£eIIarx GJfTundfc.erL, tfKeatinerjfraJäe 23 Yae^iAoi: