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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-09-19 · 9 (19.9.1927) · p. Seite 276

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
9 (19.9.1927)
Article
Die Kunst im Leben des Juden
Date
1927-09-19
Page
Seite 276 (sequence 2)
Language
German
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276 Bayerische Israelitische Gemeindezeilung Nr. 9 Abb. 3. Haustüre mit hebr. Inschrift. Privatbes.: $). Friedberger, Jchenhausen WWW ME Abb. 4 Sabbathlampe. Privatbes.: $). Friedberger, Jchenhausen chen (Äbb. 1). Mit typischem Zierrat der Rokokozeit vertritt er die Augsburger Goldschmiedekunft; seine Inschrift: N2VN an N77 21QV1 1127 („Gedenke und beobachte den Salbbat, ihn zu heiligen!") zeigt seine Bestimmung. Daß solche Becher nicht einmaliges Erzeugnis waren, beweist u. a. auch ein etwas älteres Stück nahezu gleicher Ausführung im Besitze des Herrn Iustizrat Dr. E. Straus (München). Dieser besitzt auch einen ebenfalls dem 18. Jahrhundert entstammenden Becher Warschauer Herkunft, der eine besonders lebhafte Formenfreude zeigt. Mehr historischen Charakter trägt ein Familienstück im gleichen Besitz, ein dem sogenannten „Baalschem von Michelftadt", R. Seckel Löb Wormser von der Gemeinde Beerfelden gespendeter Pokal. Ein reichgetriebene Messingfchüssel mit eingravierter Darstellung zweier Kundschafter, die die Traube tragen, heute als Sfederplatte verwendet, ist eine mit gutem handwerklichem Können gefertigte Abb. 5. Chanukkahleuchter: Privatbes.: H. IR. Dr. E. Straus, München Arbeit um die Wende zum 18. Jahrhundert (Abb. 2). Eine ausgesprochene Sfederplatte aus Zinn mit sinngemäßer Beschriftung finden wir im Hause des Herrn F r i e >d be r g e r in Ichew hausen und bei Herrn Dr. M. I. G u t m a n n, besonders die erste ist sehr schön ausgeführt. Das Friedbergersche Haus, das schon seit seiner Erbauung (1765) im Familienbesitz ist, bezeichnet sich schon beim äußeren Anblick als jüdisches Eigentum. Es trägt in einer geschmackvollen Cartouche die Zeilen: "ps1? :opn rot? pnnS 227 pS by 2N2>". („Schwarz auf Weiß, Erinnerung der Tempel-Zerstörung, im Jahre 1765"); dazu ist im oberen Türbalken eingeschnitten der Wunsch: "b 22pn nac*. INX82 nns *11221 >‘22 nns 1122" („Gesegnet seift Du bei Deinem Eingang und gesegnet bei Deinem Ausgang, im Jahre 1765"; Abb. 3). Ein besonders reicher Zimmerschmuck des Friedberger'schen Hauses ist die prächtige Lampe, die ähnlich einer Sabbathlampe, jedoch mit 16 Kerzen erstrahlt (Abb. 4). Sie dürfte mit dem Hausbau zeitlich zusammenfallen.

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