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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-07-15 · 7 (15.7.1927) · p. Seite 226

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
7 (15.7.1927)
Article
Jüdische Landerziehungsheime
Date
1927-07-15
Page
Seite 226 (sequence 4)
Language
German
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226 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 7 und Landarbeit, durch Wanderungen neue Ziele. Der staatsbürgerliche Gedanke wird durch die Beteiligung der Jugend an den Arbeiten und Ereignissen des Heims geweckt und gefördert. Durch abendliches Vorlesen, durch eine gute Jugendbücherei kann jüdisches Wissen gepflegt und künstlerisches Empfinden wachgerufen, der deutsche und der Geschichtsunterricht befruchtet werden, durch den Werkunterricht könnte sich für Schüler, die sich als geeignet erweisen, eine Aussicht für die Ausbildung jüdischer Handwerker ergeben. Natürlich lassen sich hier nur die Richtlinien für derartige Landerziehungsheime andeuten. Jedes Heim ist ein Organismus, eine Welt für sich, jedes der bestehenden Heime hat auch seine Eigenart im Aufbau und trägt den Stempel seines Leiters. Denn nirgends kommt es mehr auf die Führer an als in diesen Heimen. Hier sollten nur die grundlegenden Gedanken erörtert werden, die die Heimerziehung von der Ausbildung in unseren städtischen Schulen unterscheiden. Solche Heime könnten die Grundlage für eine neue jüdische Erziehung werden, die eine harmonische Ausbildung von Geist und Körper anftrebt und eine Erneuerung der jüdischen Jugend in Deutschland einleitet. Hier erwächst dem künftigen Reichsverband und den Landesverbänden eine ideale Aufgabe, der sie sich nicht entziehen sollten. Aber auch der Reichsverband Jüdischer Frontsoldaten, der eine jüdische Siedlungsgesellschaft gegründet hat, sollte den Gedanken der Gründung eines solchen Landerziehungsheimes mit der Siedlungsidee verbinden. Die Persönlichkeiten, die hier als Lehrer wirken sollen, müssen allerdings sorgfältig ausgewählt werden; es dürfen keine Pedanten sein, sondern nur wirkliche Führer der Jugend sind hier am Platze, die sich mit ganzer Seele ihrer Aufgabe hingeben, wenn das hohe Ziel erreicht werden soll. Zurück zum Lande Von Oberlehrer Freudenberger (Thüngen i. Ufr.) Unter dieser Überschrift veröffentlichte ich in Nr. 22 des „Israelitischen Familienblattes" vom 31. Mai 1918 einen Artikel. Unter Hinweis auf die damals schon herrschende Wohnungsnot in den Städten, die drohende Monopolisierung vieler Industriezweige und die zu befürchtende Einschränkung des Handels forderte ich damals schon auf zur Gründung von Siedlungsgesellschaften, zur Erlernung und Ausübung der Landwirtschaft mit ihren Nebenbetrieben, der Viehzucht, der Gärtnerei, der Obst- und Baumpflege. Zugleich gab ich damals folgenden Entwurf über die Zusammensetzung und Bildung der AnsässigmachungSgesellschaften: Sämtliche Gemeinden eines Bezirks bilden eine Bezirksorganisation; die Bezirksorganisationen sind wiederum vereint in den Kreisorganisationen, und diese schließen sich zu einem LandeS- und Reichsverband zusammen. Innerhalb der Organisationen bilden sich verschiedene Kommissionen. Die Mittel werden durch Beiträge, Anteilscheine und fteiwillige Zuwendungen aufgebracht. Die mir damals zugegangenen vielen zustimmenden Erklärungen aus allen Gegenden Deutschlands, aus allen Ständen, sind mir ein Beweis für die Richtigkeit meiner Ausführungen; die vielen Auflagen von jungen Leuten, die die Landwirtschaft erlernen wollten, eine Reihe von Angeboten von verkäuflichen Anwesen sind mir wertvoller Beleg für die Notwendigkeit und das Bedürfnis der Schaffung der von mir geschilderten Organisation. Alle Vorbereitungen waren schon eingeleilet, als durch den militärischen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch Deutschlands die Ausführung meines Planes vor Jahresftift vereitelt wurde. Diese Verzögerung ist sehr zu bedauern, da unseren Zwecken viele jüdische landwirtschaftliche Besitzungen durch anderweitigen Verkauf seither verloren gegangen sind. Wie lösen wir dieses Problem? Das ist die schwierige Frage. Wir beginnen zunächst mit der Jugend und knüpfen an das bereits Vorhandene an. Problem? Das ist die schwierige Frage. Wir beginnen zunächst mit der Jugend und knüpfen an das bereits Vorhandene an. Die jüdischen Vieh- und Pferdehändler auf dem Lande betreiben fast ausnahmslos Landwirtschaft teils selbst, teils mit Hilfe von Dienstboten und Taglöhnern. Durch Vermittlung und Leistung von Beihilfen unserer Organisation bringen wir Knaben mit der Bedingung der ausschließlichen Verwendung zur Erlernung der Landwirtschaft bei diesen jüdischen Grundbesitzern unter. Ich habe zum Beispiel einen Zögling, der bei einem hiesigen nichtjüdischen Bauern die Landwirtschaft unter der Bedingung der Befreiung von jeglicher Arbeit am Sabbat und Feiertagen erlernt. Auch auf diese Weise könnten wir eine Reihe von Lehrlingen unterbringen. Aber auch Erwachsene können die Landwirtschaft noch erlernen. Das haben wir an unseren Kriegsgefangenen gesehen. Viele Lehrer, Kaufleute, Fabrikarbeiter, Ingenieure, die sich ftüher nie um Land- Der moderne Waschtag Gnädige Fraul Sie haben sicher denWunsch,die üblichen Störungen des Haushalts am Waschtag zu beseitigen. Diese Möglichkeit bieten wir Ihnen. Bedenken Sie außerdem, welche Vorteile Ihnen die lür Sie gegründete Spezial -Mietwäscherei zur Verfügung stellt: Modernste Waschmaschinen mit elektrischem Äntrieb und indirekter Dampfbeheizung, also kein Einströmen von Dampf auf die Wäsche. Modernste Bügelmaschinen Trockenanlage Wasserenthärtungsanlage Zeitersparnis in ca. 1 stunden wird jedes Quantum gereinigt. Größte Schonung der Wäsche; kein Bürsten und Reiben mehr. i^aine Mühe unser Äuto holt und bringt die Wäsche. GelderSpamiS; BilligeralsimeigenenHaushalt. Die Preise der Trommel bewegen sich von RM.3.70 an. Verschied. Größen, 25 —150 Pfund Trockengewicht fassend. Jeder Posten wird gesondert behandelt. Sie zweifeln noch? 0 Machen Sie eine Probe! 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