Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-03-08 · 3 (8.3.1927) · p. Seite 82

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
3 (8.3.1927)
Article
Neuerscheinungen [Nachricht]
Date
1927-03-08
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2727810-2727836-2727840--01848-2731074
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

82 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums. 1926. M. 2.—. — Loew, Emanuel, die Flora der Juden. Band 1. 1. Hälfte. M. 18.—. — Lurje, Studien zur Geschichte der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im israel.- jüd. Reiche. M. 3.40. — Die Palästina-Literatur. Internationale Bibliographie, Hrsg, von P. Thomsen. Band 4: Die, Literatur d. I. 1915—1924. Hälfte 1. M. 20.—. — Rathenau, Walter, Reue Briefe. Ergänzungsbd. der zweibändigen Ausgabe. Leinen M. 4.—. — Reifenberg, Palästinische Kleinkunst. M. 8.—. — Rosenzweig, Zweiundneunzig Hymnen und Gedichte. Leinen M. 15.—, Ganzleder M. 30.—. — Rosenzweig, Zweistromland. Kleinere Schriften zur Religion und Philosophie. M. 7.60. — Schnitzler, Der Geist im Wort und der Geist in der Tat. M. 3.—. — Stubmann, Albert Ballin, Leben und Werk eines deutschen Reeders. Leinen M. 6.—. — Theodor und Albeck, Midrasch beretschit rabba. Liefg. 10, 11, 12, je M. 8.—. — Teller Karl, Altneue Menschen. Roman. M. 6.—. — Torczyner, H. u. Laser, Deutsch-hebräisches Wörterbuch. Leinen M. 12.50. — Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. 3. Jahrgang. Heft 4/6. Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden. 6. Jahrg. Nach einer Pause von elf Jahren erschien nun wieder ein Heft der Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden, der 6. Jahrgang. Herausgegeben vom Archivleiter Jakob Jacobson. Vielleicht den meisten Juden ist von der Existenz und dem Zweck des Gesamtarchivs nichts oder nur wenig bekannt. Und der Hinweis auf seine Ziele, die Mitglied- und Mitarbeiterschaft, Beitragsleistungen, Geschäftsstelle und was es dergleichen Wissenswertes für die Allgemeinheit mehr gibt, — hätte unbedingt auf die erste Seite oder die Innenseite des Titelblattes gehört, wenn die Aufgaben erfüllt werden sollen. Denn im vorletzten Absatz des Geschäftsberichtes heißt es sehr richtig: „Das Arbeitsprogramm des Gesamtarchivs ist undurchführbar ohne die innere Anteilnahme der Öffentlichkeit, nur mit deren Mithilfe kann es sich ausdehnen." Wie vieles hat sich in diesen elf Jahren geändert! Eine neue Jugend ist he,rangereift, will mithelfen und mitschaffen, oder würden es tun, wenn sie wüßten, wohin sich wenden, wie beginnen usw. Gerade während dieser Zeit ist der Sinn für das Wissen über die Vorfahren, deren Leben, Wohnstätten usw. neu erwacht, das bezeugen die Abhandlungen in den Gemeindezeitungen, Vorträge, die neuerstandenen Vereine für jüdische Familien- und Geschichtsforschung u. dgl. m. Ja, ein ganz anderer Drang, ein weit ausgebreiteres Interesse wird von einem großen Teil Juden dafür an den Tag gelegt, während es doch bis zur Zeit de,s Weltkrieges nur ein ganz geringer Bruchteil gewesen. An diesem Wissensdrang, aber gleichzeitig bedingt durch diesen, nehmen die notwendig gewordenen und entstandenen Gemeinde- und Landesverbände regen Anteil. Und die Fühlungnahme und ein reges Zusammenarbeiten mit all diesen „Neuerscheinungen" wird dem Gesamtarchiv und damit der Allgemeinheit von großem Nutzen sein. Das 122 Seiten starke Heft ist dem Geh. Archivrat Prof. Dr. Adolf Warschauer zu seinem 70. Geburtstag zugeeignet. Aus dessen Feder stammt die erste Abhandlung „Aus Warschauer Archiven". Hiermit ist uns ein Gebiet erschlossen, das für uns sonst wohl fast nie zugänglich gewesen wäre, wenn nicht nach der Einnahme von Warschau 1915 dieser bedeutende Forscher für die dortigen Archive berufen worden wäre. Ein reiches Quellenmaterial, besonders für die Juden West-, - Süd- und Ostpreußen, die Distrikte Posen, Gnesen, Bromberg usf., ist zusammengetragen und liegt jetzt verarbeitet vor. Moritz Stern bringt Mitteilungen aus den Akten des Oberlandesältesten der preußischen Juden (1775—1792) „Jacob Moses" (1724—1802). Seine vorzüglich ausgezeichnete amtliche Tätigkeit, sein „musterhaftes" Privatleben wird nicht nur in dem damaligen Nachruf hervorgehoben, sondern auch durch Akten-Auszüge, Anerkennungsschreiben der Könige Friedrich Wilhelm I. und II. wiederholt (1768, 1775, 1778, 1792, 1796 und 1798) zum Ausdruck gebracht. Sein Bild wird in guter Wiedergabe festgehalten. Eine Veröffentlichung von Adolf Kober bringt wissenswerte Abhandlungen über die Juden am Rhein, das Namensregister und die früheren Namen derselben von Köln 1808. Der Herausgeber berichtet über das Akten-Jnventar der Synagogengemeinde Walldorf a. d. Werra und als Anlagen „Die Begründung des Landrabbinats für das Herzogtum Sachsen-Meiningen, deren Synagogen- und Gebetsordnungen (1811—1856)". Nachrufe sind gewidmet den während dieser elf Jahre aus dem Leben geschiedenen 6 Kuratoriumsmitgliedern. Vor allem dem ersten Vorsitzenden, Prof. Dr. Martin Philippson (1846—1916), dessen Arbeiten und Werke hier noch einmal gebührend zur Würdigung kommen. Auch seines Nachfolgers, Prof. Dr. Salomon Kalischers (1844—1924) Tätigkeit wird eingehend geschildert. Ebenso wird der rührigen Mitarbeit von Ludwig Geiger (1848 bis 1920), dem Gründer der früheren „Historischen Commission für Geschichte der Juden in Deutschland", von Marcus Braun (1849—4.920), dem Herausgeber der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", des Professors Dr. Philipp Bloch (ehemaligen Rabbiners in Posen) und Ezechiel Zivier (1868—1925), des geistigen Urhebers der 1905 gegründeten Gesellschaft, gedacht. Dem Geschäftsbericht folgt ein Verzeichnis von ungefähr 340 Gemeinden, von welchen sich Archivalien im Gesamtarchiv befinden. Ed. Sch. Vereine Jüdischer Jugendverein München Programm bis Ostern 1927: Donnerstag, 10. März, abends 8.30 Uhr, im Saale der Concordia, Prannerstraße 4/0: Herr Syndikus Dr. Ludwig Freund, „Die Zukunft der deutschen Juden". Samstag, 19. März, abends 8.30 Uhr, im Steinickesaal, Adalbertstraße 15, P u r i m f e i e r. Herr Rabbiner Dr. Leo Baerwald hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die Festrede zu halten. Außerdem haben ihre Mitwirkung zugesagt: Herr Heinrich Schallt, Herr Dr. Josef Waldner mit einem Opernensemble und die Spielgruppe des Jugendvereins. Donnerstag, 24. März, abends 8.30 Uhr, im Klubzimmer des „Museum", Promenadestraße 12/11: Herr Professor Dr. Hermann Klug mann, „Pietät und Judentum". Donnerstag, 31. März, abends 8.30 Uhr, ebenda: Musikalisch-literarischer Abend. Leitung: Herr Dr. Josef Waldner. Donnerstag, 7. April, abends 8.30 Uhr, im Saale der „Concordia", Prannerstraße 4/0: Herr Rechtsanwalt Dr. Eugen Schmidt, „Jugend und Politi k". Zu den Veranstaltungen im Saal der „Concordia" und im Steinickesaal sind Gäste freundlichst eingeladen. Unseren Mitgliedern gehen noch ausführliche Mitteilungen in den nächsten Tagen zu. Jüdischer Gesangverein Bei Gründung des Vereines vor 6 Jahren war es Emanuel Kirschner, der als einer der ersten erkannt hatte, wie notwendig „Pflege jüdischer Tradition" auch in der Musik ist. Kirschner hat diese Pflege in die Tat umgesetzt: seine Kompositionen atmen jüdische Tradition durch jüdische, Melodik! Wo man synagogale Musik treibt, ist es Kirschner, der in der ganzen jüdischen Welt gesungen und verehrt wird. Wir im jüdischen Gesang- Verein singen seine Melodien schon lange; die Besucher der Synagoge kennen sie teilweise. Aber der größte Teil der jüdischen Musik- und Gesangtreibenden hat noch selten den wertvollen musikalischen Inhalt der Kirschnerschen Kompositionen ausgeschöpft. In einem Konzert im Odeon am 30. April bringen wir aus Heft IV: „Hohe Festtagsmelodien": Melodien, die in ihrer musikalischen Schönheit und ihren Empfindungen zu dem Höchsten gehören, was jüdische Melodie bringt. Wir appellieren an die kunstbegeisterte musikalische jüdische Welt: Helft uns, diese Aufführung glanzvoll durchzuführen. Ehrung der Tradition ist Ehrung des Judentums. Um auch unsererseits dem Mahnen Beethovens zu huldigen, bringen wir zwei Beethovensche Chöre mit Sopran- und Klaviersolo. Unsere Proben sind jeweils Dienstag, abends 8 Uhr, in der Gemeindebibliothek unter Leitung von Kapellmeister I. Ziegler.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.