Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 3 (8.3.1927)
- Article
- Aus der Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde Fürth
- Date
- 1927-03-08
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
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64 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 1862 eine eigene jüdische Schule, die jetzige israelitische Realschule geschaffen haben, von den Liberalen ist an dem starken Gesamtwillen der Gemeinde und ihrer Verwaltung gescheitert, die in billiger Erfüllung berechtigter Wünsche für den Frieden und die Einheit der Gemeinde schon aus Überlieferung bemüht sind. Dem Oberrabbiner Dr. Löwy folgt als fein Amtsnachfolger Rabbiner Dr. Imanuel Neubürger, nachdem er bereits dem Dr. Löwy als Substitut zur Seite gestanden. Von 1875 bis 1922 hat er in nie ermüdender Treue seines Amtes gewaltet, in Treue besonders gegen die von Dr. Löwy empfangenen Traditionen. Im Jahre 1873 wurde in der Hauptsynagoge die Orgel eingeführt, aus privaten Spenden gestiftet. In die Amtszeit des Dr. Neubürger fällt die Einführung des jüdischen Religionsunterrichts an sämtlichen öffentlichen Volks- und Mittelschulen. Zu seinem Nachfolger wurde Dr. Siegfried Behrens, bisher in Göttingen i. H., am 21. Dezember 1922 von den Gemeindekollegien gewählt und am 30. März 1923 feierlich in sein Amt eingeführt. Um die künstlerische und musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes haben sich der verewigte Kantor Ebert und der am 1. Oktober 1926 in den Ruhestand getretene Kantor Lübeck verdient gemacht. Wie aus der angefügten Lifte sich ergibt, haben eine große Reihe von Fürther jüdischen Persönlichkeiten sich um die allgemeine Wohlfahrt hohe Verdienste erworben, das Volksbildungsheim, von Kommerzienrat Berolzheimer, und das Nathanftist (Wöchnerinnen- und Säuglingsheim) von Hofrat Alfred Nathan gestiftet, legen rühmliches Zeugnis ab von dem guten Geist der Gemeinde Fürth. Die Gemeindeverwaltung hat ebenfalls die Gestaltung nach neuzeitlichen Prinzipien erhalten, neuzeitlich ist auch die Wohlfahrtspflege, wie die Durchwandererfürsorge, gestaltet durch die WohlfahrtSftelle und durch die Durchwandererftelle. Wie eine große Reihe angesehener Männer und Frauen sich hohe Verdienste im öffentlichen Leben erworben haben, ebenso wie im Dienste der Gemeindeverwaltung — ihre Namen anzuführen würde zu weit führen — so ist die Gemeinde unter der Ägide ihres gegenwärtigen Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Maier Bechmann, und seiner eifrigen Mitarbeiter, denen ein Stab bewährter Beamter zur Seite steht, sicher durch die Jahre der Kriegs- und Inflationszeit geführt worden, eine Fülle von Aufgaben ist gelöst, die sich aus den veränderten Forderungen der Zeit und den vom Krieg geschlagenen Wunden ergeben und nicht geringe Opfer erfordern. Wir vertrauen, daß dieses zielbewußte Streben uns in eine, von den Sorgen der Gegenwart Befreite, glücklichere Zukunft führt! Eine Gemeinde, die stolz sich einer Jahrhunderte alten Geschichte rühmen darf, wird so viel innere Festigkeit aufweisen müssen, um dem Ansturm feindlicher Mächte des Geistes und des Zeitalters nicht zu erliegen. Wir halten uns überzeugt, daß das Geschlecht der Gegenwart den hoffnungsfrohen Glauben an die Zukunft, in dem fteudigen Bekenntnis, in dem starken Selbftbewußtsein jüdischen Denkens sucht, im Hinblick darauf, daß „der Adel des Alters verpflichtet"! Anhang 1. Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde: Seit dem Jahre 1822: 5 Vorstandsmitglieder, 15 Gemeindebevollmächtigte. Der Vorsitz im Vofftand wechselte bis zum Jahre 1905 allmonatlich. Von da ab bis 1919 alljährlich, von 1919 ab alle 2 Jahre und seit der neuen Verfassung vom Jahre 1922 wird der Vorsitzende des Vofftandes für die ganze Wahlperiode (3 Jahre) gewählt 2. Rabbiner Dr. Löwy wurde am 23. November 1830 gewählt und am 21. März 1831 feierlich in sein Amt eingeführt. 3. Rabbiner Dr. Neubürger wurde am 7.Juli 1875 ge- 4. Bevölkerung: Über die jüdische Bevölkerung gibt nachfolgende Statistik Auskunft: Jahr: 1601 22 Familien, 1812 2446 Israeliten, 1825 2510 1840 2950 1852 2649 1871 3250 1875 3317 1880 3336 1885 3270 1890 3175 1895 3010 1900 3017 1901 3017 1926 2640 5. Landtagsabgeordnete: Dr. jur. David Morgenstern. Kgl. Advokat und Justizrat Dr. Wolf Gunzenhäuser. 6. Gemeindekollegiums-Vorsitzende: Dr. Samson Landmann, prakt. Arzt. Leopold Ehrmann, Großkaufmann. 7. Ehrenbürger der Stadt Fürth: Dr. Wilhelm Königswarter, Privatier. Dr. Samson Landmann, prakt. Arzt. Heinrich Berolzheimer, Privatier und Kommerzienrat. Alfred Nathan, Hofrat und Rechtsanwalt. ' h—.v» rr>!)DV3 hot mOT2 yo? N2< N2 -'H'2 *-,£2 "2 ■ 2'"H rs"!'srn 'v; sw n-nh ' pnr * 7^H 7^2V2 NOT smaN i ssh ry 2 * rmn hhots hot :—nya hot ‘ Jj' ' tw mw * d Aus dem Memorbuch der Klaus-Synagoge Fürth — ehemaliges Memorbuch der Gemeinde Wien