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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-12-03 · 12 (3.12.1926) · p. Seite 319

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
12 (3.12.1926)
Article
Ergebnisse meiner letzten Forschungsreise in Palästina 1925/26
Date
1926-12-03
Page
Seite 319 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeilung 319 ten Untersuchungen haben die aufgestellten Thesen noch weiter gestützt und sicherer begründet, und ebenso die Funde von Altären, Kultnischen, Kultgrotten usw. — Folgerungen wichtigster Art für die Baugeschichte Vorderasiens lassen sich vorläufig mehr ahnen als schon zusammenhängend und absolut gesichert niederlegen. All das spricht immer nur wieder für die immense Wichtigkeit der Felsarchitektur bei Jerusalem, weil gerade dieser Ort auch schon in den ältesten kanaaninschen Zeiten ein wichtiges religiöses Zentrum, wenn nicht das Zentrum des Landes war! Es ist unmöglich, in dieser kurzen Zeit auch nur in ext6N80 darüber zu berichten; wen das aber wirklich interessieren sollte, den kann ich auf ein Buch, „Die Felsarchitektur bei Jerusalem", das in allernächster Zeit erscheinen wird, — ich bin gerade bei der letzten Korrektur! — verweisen. Zu lange habe ich schon Ihre Aufmerksamkeit in Anspruch genommen: denn alle Detailfragen sind, müssen für den Nichtfachmann langweilig sein! Das sage ich selber von meinem eigenen Fach! Sie können nur die Gesamtergebnisse interessieren, weil sie, wie ich vorhin schon sagte, eine Illustration jenes gewaltigen Ringens sind, in welchem schließlich die Verkünder einer neuen, unendlich höheren Lehre die alte bezwangen! Wenn meine Arbeiten aber ihr bescheidenes Teil dazu beigetragen haben, so ist das auch dem Interesse und der Förderung zuzuschreiben, die ich gerade in diesem Kreise gesunden habe, weshalb ich mit einem Wort des nochmaligen aufrichtigen Dankes schließen möchte! — Erstaufführung des ..König David" von Honegger in München. Wir halten es für unsere Pflicht, von einem musikalischen Ereignis in München Notiz zu nehmen, das für uns besonderes Interesse hat: die Ausführung des „König David", symphon. Psalm von Artur Honegger. Ein merkwürdiger Zufall wollte es, daß das Werk dieses jungen, erfolgreichen, aus der französischen Schweiz stammenden jüdischen Komponisten gerade vom Chorverein für evangelische Kirchenmusik (im Rahmen der Veranstaltungen für innere Mission) zu Gehör gebracht wurde. Dies dürfte wohl in erster Linie der Initiative des ebenso rührigen wie hervorragenden Dirigenten des genannten Vereins, Herrn Prof. Ernst Riemann, zu danken sein, unter dessen Leitung das, wie man merkte, mit hingebungsvoller Liebe einstudierte Werk, eine durchaus würdige Wiedergabe fand. Es ist hier nicht der Ort, auf Einzelheiten einzugehen. Wir verzeichnen nur mit Genugtuung den tiefen Eindruck, den das Werk aus alle Zuhörer machte, und die Tatsache, daß eine Wiederholung der Aufführung auf besonderen Wunsch weiter Kreise stattgefunden hat. Die geistige und politische Lage der Gegenwart und die Aufgaben der deutschen Juden. Am 11. November sprach im Museumssaal Herr Dr. Ludwig Freund, Syndikus des Centralvereins, über das angegebene Thema. Bei Schilderung der geistigen Lage der Gegenwart wurde ausgegangen von der Lage der Religionen. Es wurde eine Darstellung der Wellentalbewegung in der Entwicklung der Religionen versucht. Auf eine Zeit religiösen Aufschwungs folgte eine Zeit religiösen Tiefstandes, ihr folgt wiederum eine Zeit der Sehnsucht nach Festigung religiöser Formen und Inhalte oder nach einer n e u e n R e l i g i o n. In der Gegenwart stehen wir mitten drin in einer Entwicklung, die teilweise die Abwendung von der positiven Religion erstrebt und die anderseits schon wieder abgelöst wird durch einen stärkeren Zug zum Religiösen hin. Das Ganze nennt man den „mystisch-romantischen" Grundzug unserer Tage, der besonders hervortritt in der Skepsis gegenüber den Errungenschaften der Wissenschaft Und den allerorts hervortretenden Bemühungen um romantische oder religiöse Neuerklärungen des Weltgeheimnisses. Die völkische Bewegung unserer Tage hat bewußt und teilweise unbewußt an diesen mystisch-romantischen Grundzug der Gegenwart angeknüpft und dadurch, getragen durch mächtigste Impulse im Geistesleben des Volkes, eine Zeitlang Triumphe feiern können. Die geistige Unzulänglichkeit der Führung und die Plattheit der politischen Zielsetzung hat die völkische Bewegung schnell von ihrer Höhe wieder heruntergeführt. Tatsächlich stehen ihr auch im politischen Leben und in der politischen Entwicklung der Jetztzeit gewisse natürliche Entwicklungstendenzen gegenüber, die sie hindern, sich der Gesamtheit des Volksgeistes zu bemächtigen. Die völkische Idee hat zwar weit über die Grenzen der völkischen Parteigruppen hinaus vom Geiste der bürgerlichen Masse in Deutschland Besitz ergriffen. Aber wurzel- Adolf Rothschild München Theatinersir. 7/1 Graf-Arco-Palais. Eingang Masfeißr. .eiie •laimd

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