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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-11-08 · 11 (8.11.1926) · p. Seite 293

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
11 (8.11.1926)
Article
Genesis, weltgeschichtlicher Hintergrund des 1. Buches Moses
Date
1926-11-08
Page
Seite 293 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 293 „Genesis," weltgeschichtlicher Hintergrund des 1. Buches Moses. Am Mittwoch, dem 20. Oktober 1926, sprach Rabbiner Dr. David Feuchtwan g aus Wien über „Genesis", weltgeschichtlicher Hintergrund des 1. Buches Moses. Nach einer freundlichen Begrüßung durch den Vorsitzenden dar Kultusgemeknde, Herrn Oberlandesgerichtsrat Neumeyer, zauberte der Vortragende in kurzem die Zuhörerschaft in den Bann seiner temperamentvollen Persönlichkeit. Die Bibel ist kein Geschichtswerk oder gar ein wissenschaftliches Werk für Natur- und Kulturgelschichte. Ihr Zweck ist die Erziehung des jüdischen Volkes zum Glauben der Väter und die Vermittlung der Gebote für das jüdische Leben. Da sie aber in der Sprache des Orients zu Orientalen sprach, bietet sie für die Seele des Orients und dessen antike Geschichte eiine reiche Fund- Jn diesem Sinne könne sie mit allem Respekt und mit voller Ehrfurcht durchforscht werden, wie es sich für einen Juden, besonders orthodoxer Observanz, verstehe. Der Redner behandelte besonders zwei interessante Epochen, welche die Bibel schildert und die auch aus anderen Quellen Licht erhalten haben: Die Sintflut und Abrahams Sendung. Mit feinem Verständnis und weitgreifendem Wissen knüpfte der Vortragende die Verbindungsfäden aus allen Teilen der heiligen Schrift und dan durch Ausgrabung entdeckten Quellen zu einem Teppich zusammen, dessen Bilder und Leben und Geist des alten Orients aufleuchten ließen. Dem Dank der Versammlung gab Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer beredten Ausdruck. Auf den Vortrag Dr. Brandenburgs werden wir noch zurückkommen. —! — Eentral-Verein. Die Ortsgruppe München des „Central-Vereins Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens" hat ihre Winterarbeit begonnen mit einer großen Kundgebung am 11. Oktober, die als Auftakt und Ausdruck ihrer politischen Wirksamkeit imposant verlief. Am Donnerstag, dem 11. November, folgt eine zweite Veranstaltung mit einem Vortrag des neubestellten Syndikus des bayerischen Landesverbandes des Eentral-Vereins, Herrn Dr. Ludwig Freund, über „Die geistige und politische Lage der Gegenwart und die Aufgaben der deutschen Juden". Die Veranstaltung dürfte bei Mitgliedern und Freunden allgemeines Interesse erwecken. Herr Schuhmacher Leers, feiert dieser Tage sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. Der Postinspektor Albert Lemle wurde durch ein Anerkennungsschreiben für vierzigjährige treugeleistete Dienstzeit ausgezeichnet. Krankenversicherung. Das Wohlfahrtsamt der Israelitischen Kultusgemeinde schreibt uns: Es scheint vielfach in den Kreisen der Versicherten nicht genügend bekannt zu sein oder nicht entsprechend beachtet zu werden, daß nach der Varficherungsordnung Personen, die in einem Arbeitsverhältnis gestanden haben, auf Grund dessen sie einer Pflichtkrankenkasse (Ortskrankenkafse oder Ersatzkasse) angehörten, auch nach dem Ausscheiden aus ihrem Arbeitsverhältnis berechtigt sind, als freiwillige Mitglieder weiter in der Kaffe zu bleiben. Für Personen, die nicht in einem festen Arbeitsverhältnis stehen, besteht die Möglichkeit, einer der bestehenden Privatversicherungen beizutreten, die gegen eine geringe monatliche "Leisturig die Arzt- und Arzneikosten im Falle der Erkrankung des Mitglieds oder seiner Familienangehörigen übernehmen. Mit Rücksicht darauf, daß Personen und Familien, die sich sonst selbständig zu erhalten vermögen, in Krankheitsfällen häufig in Not geraten und gezwungen find, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, ist es dringend zu empfehlen, von den gegebenen Möglichkeiten der Versicherung Gebrauch zu machen, um sich bei Krankheitsfällen davor zu schützen, daß die hohen Arzt- und Heilungskosten aus eigenen Mitteln gezahlt werden müssen. L ÄM P E IMS CHIRME JEDER ÄRT F. WOLFF-HflRTMÄNN MÜNCHEN / KÄULBÄCHSTR. 61 / TELEPHON 35053 Mensa. Der Beginn des Wintersemesters gibt uns Veranlassung, erneut auf die „M e n s a" hinzuweisen, die der jüdische Frauenbund vor ungefähr einem Jahr hier ins Leben gerufen hat. Dieser streng rituelle Mittagtifch gibt Studierenden und Berufstätigen des Mittel st an des die Möglichkeit für 90 Pf. im Wochenabonnement ein gutes, reichliches Mittagessen in einem freundlichen Gastzimmer (Pension Hahn, Mathlldenstrahe 9/II) einzunehman. Es ist im Interesse dieser Einrichtung und einer erstrebten weiteren Verbilligung des Betriebes auch in diesem Semester der „Mensa" recht großer Zuspruch aus den Kreisen des Mittelstandes zu wünschen. „Ein Freitagabend!" Der von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hergestellte jüdische Wohlfahrtsfilm „Ein Freitagabend" hat sowohl bei der Berliner Uraufführung als auch bei allen bisherigen Aufführungen im Reiche einen ganz außerordentlichen Erfolg gehabt. Das zeigte sich nicht nur an den Pressestimmen, sondern vor allem auch an dem großen Beifall des Publikums und der jüdischen lokalen Organisationen. Die hiesige Kultusgemeinde hat sich bereits um den Film bemüht. Er wird am Sonntag, 12. Dezember 1926, vormittags oorgeführt warben. Herr Rabbiner Dr. Bärwald wird die Morgenaufführung durch eine Ansprache einleiten. Ort und genaue Zeit werden in der nächsten Nummer dieses Blattes bekanntgegeben werden. Hebräische Sprachschule München. Winter-Semester 1926/27. Beginn: 15. November. Am 15. November wird ein neuer Anfängerkurs eröffnet, zu dem schon jetzt Anmeldungen entgegengenommen werden. ' Die gegenwärtig bestehenden Kurse werden fortgesetzt. Zum Eintritt in die Kurse sind folgende Vorkenntnisse nötig: Kurs I (neuer Anfängerkurs): Mechanisches Lesen vokalisierter Texte. Kurs II (bisheriger Kurs I): Die ersten 50 Lektionen des Rathschen Lehrbuches oder Entsprechendes. Kurs III (bisheriger Kurs III): Das ganze Rachsche Lehrbuch oder Entsprechendes. Kurs IV (bisheriger Kurs IV): Verständnis leichter unvokalisierter Texte. Hebräische Formenlehre. Unterrichtssprache hebräisch. Kurs V (bisheriger Kurs V): Freie Lektüre mittelschwerer unvokalisierter Texte. Unterrichtssprache hebräisch. Unterrichtslokal und Adresse: Ottostraße 2. Talephon 56199. Rräktiger Likör krischen Früchten destilliert CRBTÄLL- OR4NGE -0 aus cU,r£U£6rfa£ri@xum tr Qlüagistei? i Ö7Ge.yer<$3ftrS<fi Hl ^wuncfoerL /M. % Probieren Sie ihn! ln allen Feinkostgeschälten erhältlich. Wir sind auch bereit, Bezugsquellen nachzuweisen

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