Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 9 (7.10.1925)
- Article
- Schopenhauer und die Juden
- Date
- 1925-10-07
- Page
- Seite 172 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2727810-2727811-2727820-2729049--00492-2729083- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
172 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 (Gwinner, Schopenhauers Leben, 3. Ausl., S. 381) Advokaten Dr. Martin Emden in Frankfurt ernannt hatte. Erwägt man, wie mißtrauisch Schopenhauer auch in den untergeordnetsten Dingen war, so kann man ermessen, welch hoher Grad von — vereeunckla diesem jüdischen Advokaten zu eigen gewesen sein muß, den ein intimes Freundschaftsverhältnis mit Schopenhauer verband. Zu seinem grßen Schmerze starb Emden noch vor Schopenhauer. „Ach" schreibt dieser am 3. November 1858 an seinen Apostel Lindner in Berlin „heute ist mein bester, vieljähriger Freund, Dr. Emden, gestorben! ich bin in tiefer Trauer über diesen, mir unersetzlichen Verlust. Das gehört zu den Leiden des Alters: man verliert seine Freunde." Der beste Freund Schopenhauers war ein Jude. Ihn hatte er auch zum Erben seiner Manuskripte und seiner Verlagsrechte bestimmt, falls Frauenstädt seinen Tod nicht erleben würde. Sapienti sat. Am 22. Februar 1888 wurde in Danzig, wo Schopenhauer das Licht der Welt erblickt hatte, sein 100. Geburtstag festlich begangen. Die Festrede hielt der treueste Verehrer, den er damals in seiner Vaterstadt hatte. Es war der Rabbiner von Danzig, Dr. Coßmann Werner, derselbe, der später in München eine so segensreiche Wirksamkeit entfaltete. BÄER & /UJERBÄCH BANKGESCHÄFT MÄXIMILIÄNSPLRTZ18 Ausführung aller Börsen-Aufträge / Kontokorrent-Kredite Beratung und Interessenvertretung Äufwertungsf ragen IIIIIIIIIIIIIIIIDIIIIH FärbereiJ.Arnold; Schopenhauers Lehre zündet, nicht zum wenigsten in jüdischen Herzen. Ein Bibel-Brevier könnte man diese Schrift nennen, in welä)er, was in der Ursä)rift auf weitem Felde verstreut ist, systematisä) wie in einem angepflanzten Garten unter folgenden Ideen zusammengeftellt wird: 1. Die Sendung Israels, 2. Israels Gottesidee, 3. Gott und Mensä), 4. Von Mensch zu Mensä), 5. Mensch und Tier, 6. Der Friede. Jedes dieser Kapitel wird durch eingehende Vorbemerkungen eingeleitet und die in demselben behandelte Idee wird ins Licht der Zeit gestellt. Dann folgen erschöpfend die rubrizierten hebräischen Texte auf einer Seite mit sinngemäßer Übertragung auf der Nebenseite. Diese neuartige Darstellung der -sittlichen (besser der religiössittlichen) Welt des Judentums in der Form eines nach Themen geordneten Zitatenschatzes in der Ursprache mit Übersetzung eignet sich vortrefflich zu dem angestrebten Zwecke und könnte durch Umarbeitung für unterrichtliche Zwecke unschwer als Ersatz für die in ihrem Werte umstrittenen Lehrbücher der systematischen Religion sehr gute Dienste leisten. Zwei weitere Teile: Vom Abschluß des Kanons bis Saadja und die sittliche Welt des Judentums von Saadja bis Mendelssohn sollen das Werk vollenden. Es wird in seiner Ganzheit eine Schatzkammer sein, die in keiner jüdischen Familie fehlen sollte. Blumenhalle „Nizza j Inhaber Hermann Schneider j Fürstenstrasse (Leuchtenberg-Palais) / Telefon 27156 1 empfiehlt frische Blumen in allen Gebinden und Dekorationen aller Art \ I HARDY & CO. HARDY & CO. Kommandit-Gesellschaft O.m. b.fi. München, Briennerstrasse 56 Berlin W56, Markgrafenstrasse 36 Telegrammadresse: Hardybank München Telegramm-Adresse: Hardybank Berlin Erledigung aller bankmässigen Geschäfte