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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-09-10 · 8 (10.9.1925) · p. Seite 161

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
8 (10.9.1925)
Article
Versammlung der Gemeinden des Rabbinatsdistrikts Ichenhausen
Date
1925-09-10
Page
Seite 161 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 8 Bayerische Israelitische Gemeindezeitrmg 161 Die Verhandlungen haben wiederum gezeigt, daß durch mündliche Aussprache und persönliche Fühlungnahme bei gutem Willen der Beteiligten auch schwierige Probleme gelöst werden können. Der Distrikt Jchenhausen hat in dieser Versammlung wertvolle praktische und soziale Arbeit geleistet. Es kann angenommen werden, daß auch in anderen Rabbinatsdistrikten dieser Weg mit Erfolg eingeschlagen werden kann. 44. Mitgliederversammlung des Israelitischen Lehrervereins. In Nürnberg tagten am 30. und 31. August in dem durch die Gründungsversammlung des Verbandes zu historischer Bedeutung gelangten Saatel des Lehrerheims die jüdischen Lehrer Bayerns. Mehr denn hundert Lehrer waren gekommen, dazu zahlreiche Gäste aus Nürnberg. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden, Oberlehrer Dingfelder aus München begrüßten die Herren Geheimrat Held und Aufseeser die Lehrerschaft im Namen des Verbandes Bayer. Israelitischer Gemeinden und der Kultusgemeinde Nürnberg. Rabbiner Dr. Heiborn übermittelte die Wünsche des in der Ferne weilenden Vorsitzenden der Rabbinerkonferenz Dr. Freudenthal Rabbiner Dr. Klein und Professor Dr. Tachauer sprachen im Auftrag der Adaß Jisroel-Gemeinde. Kantor Müller-München hielt den Festvortrag über kantorale Vor- und Fortbildung. Dann lauschte die den Saal füllende Menge andachtsvoll den fynagogalen Weisen, vorgetragen von den Kantoren: Fränkel-Nürnberg, Haymann-Augsburg, Bamberger-Kitzingen und Müller. Sanitätsrat Dr. Steinhardt begleitete feinsinnig die Gesänge aus dem Klavier. Die Hauptversammlung am Montag begann mit dem Jahresbericht des Vorsitzenden, der neben internen Vereinsangelegenheiten die Leistungen des Verbandes, das Beamtenrecht, die jüdische Volksschule und die Frage der Lehrervorbildung zum Inhalt hatte. Der Kassier Hellmann mahnte zum Ausbau der Hilfskasse für Witwen und Waisen, die trotz der Hilfe des Verbandes in Notfällen eingreifen muß. Oberlehrer Stoll-Würzburg trat für eine unverschuldet in Not geratene Lehrersfamilie ein und bewies, wie dringend ein Fonds fei, um sofort dort Hilfe zu bringen, wo sie not tut. Die Beratung des Beamtengesetzes, Referent Dingfelder, nahm einen breiten Raum ein. Geheimrat Held gab wertvolle juristische Erläuterungen, Dr. Bamberger, Ehrenreich-Nürnberg, Rosenfeld- München griffen in die Debatte ein. Eine Redaktionskommission wird die Anregungen und Anträge formulieren. Allgemein klang bei allen Rednern trotz mancher Bedenken gegen Einzelheiten der Dank durch für das Werk, das die Hilfe des Verbandes für die Beamten krönen soll. In der Nachmittagssitzung hielt Hirnheimer-Höchberg einen tiefdurchdachten Vortrag „Anwendung des Prinzips der Arbeitsschule auf den hebräischen Sprachunterricht." Auf Antrag aus der Versammlung soll die Arbeit veröffentlicht und die Bezirkskonferenzen als wissenschaftliche Grundlage der Fortbildung überwiesen werden. Die Versammlung wählte als Ausdruck des Dankes und Vertrauens die bisherigen Mitglieder des Vorstandes und der Verwaltung einstimmig wieder. Ein Antrag der Verwaltung, Verhandlungen mit dem Verband jüdischer Lehrervereine im Deutschen Reiche zum Eintritt anzubahnen, wurde nach Begründung durch Dr. Bamberger und Stoll und Befürwortung durch Ehrmann-Friedberg mit lebhaftem Beifall einstimmig angenommen. So schloß die arbeitsreiche, harmonisch verlaufene Tagung mit einer Kundgebung des Einigungswillens. ttus der Semeinde. Tätigkeitsbericht des Wohlfahrtsamtes der israel. kuttusgemeinde München für das 1. Halbjahr 1925. Das Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde ist die Zentralstelle für jüdische Wohlfahrtspflege in München. Daneben bestehen nach wie vor die Vereine, denen die im Wohlfahrtsamt gemeldeten und in ihrem Wirkungskreis liegenden Fälle zur weiteren, Behandlung übergeben oder die in den sie betressenden Fällen zu Leistungen herangezogen werden. Die Vertreter der hauptsächlichsten Vereine haben mit den Beamten des Wohlfahrtsamtes allwöchentlich eine gemeinsame Sitzung, in der die wesentlichen Fälle, die vom Wohlfahrtsamt in Verbindung mit den Vereinen behandelt werden, zur Sprache kommen. Die Mittel, die von der Gemeinde für offene Fürsorgezwecke zur Verfügung gestellt werden, betragen monatlich für Abtlg. A ständige Unterstützungen und Wanderfürsorge, letztere in Verbindung m. d. Ver. z. Unterstützung armer durchreisender Israeliten A 1500.— Abtlg. B allgemeine Fürsorge A 1000.— Abtlg. C Kinder- und Jugendfürsorge in Verbindung mit dem Verein Israel. Jugendfürsorge E.V. A 165.— Wie aus folgendem hervorgehen wird. Jl 2665.— reicht dieser Betrag bei weitem nicht aus. Abtlg. A Hier wurden verausgabt: Im Januar monatl. Gaben Jl 1000.— gelegentl. „ 161.— im Februar monatl. Gaben „ 1055.— gelegentl. im März monatl. Gaben „ 275.— „ 1361.— gelegentl. „ „ 382.— im April monatl. Gaben „ 1463.— gelegentl. „ „ 299.— im Mai monatl. Gaben 1532.— gelegentl. „ „ 292.— im Juni monatl. Gaben „ 1472.— gelegentl. „ 455.10 zusammen- Jl 9747.10 d. i. im monatl. Durchschnitt A 1624.60 Abtlg. B Für allgemeine Wohlsahrtszroecke wurden verausgabt: Im Januar A 2987.41 im Februar ' „ 2975.70 im März .. 2570.55 im April „ 2787.60 im Mai „ 2059.08 im Juni „ 2884.60 zusammen Jl 16264.94 Es ergibt sich, trotz größter Einschränkung, eine Durchschnittsausgabe von monatlich A 2710.82 bei einem gemeindlichen Beitrag von monatlich A 1500.— Möglich waren diese Ausgaben durch die Beträge, die dem Wohl-, fahrtsamt außer den gemeindlichen Beiträgen noch zur Verfügung standen. Hierher gehören an regelmäßigen Einnahmen: A 500.— monatl. vom Gesamtausschuß der Ostjuden, „ 145.— monatl. von Privaten an einmaligen Einnahmen: Jl 5320.— Faschingsabgaben-Anteil „ 3648.15 Erlös aus dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken. Abtlg. C Für offene Kinder- und Jugendfürsorge wurden verausgabt: Im Januar A 308.18 im Febraur „ 270.20 km Marz „ 285.93 im April „ 652.41 im Mai „ 569.65 im Juni _„ 759.62 zusammen Jl 2845.99 Nur Jl 1000.— war der Zuschuß der Kultusgemeinde für das 1. Halbjahr 1925. Die übrigen Jl 1845.99 mußte der Verein Israel. Jugendhilfe durch private Spenden aufbringen. Da Anfang April das Wohlfahrtsamt Abteilung B und C neu besetzt wurde, beziehen sich die nachfolgenden Ausgaben nur auf das II. Quartal 1925. Abtlg. B. Von April bis Juni standen 95 Haushaltungen hier in Unterstützung. Es handelt sich dabei meist um vorübergehende Bedürftigkeit, die fast immer durch Arbeitslosigkeit oder zu niedrigen Verdienst verursacht ist. In einzelnen Fällen wird wohl auch für längere Zeit Unterstützung gewährt, im wesentlichen wird jedoch versucht, zur Wiedererlangung der wirtschaftlichen Selbständigkeit zu verhelfen. Daraus ergibt sich, daß die Haupttätigkeit dieser Abteilung des Wohlfahrtsamtes keineswegs die Unterstützungsabteilung ist. Der Kreis derer, die sich überhaupt in irgend welchen Nöten hierher wenden, ist darum auch bei weitem größer als der Kreis der Unterstützungsempfänger. Die Zahl der Sprechstundenbesuche beträgt

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