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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 33

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--032-2726978
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Die Idee des jüdisch ־theologischen Seminars vor 75 Jahren and heute. Von Dozent D r. I. Heinemann. Wie beim Ablauf des Jahres der Jude den Blick abwendet von den besonderen Aufgaben des einzelnen Tages, um ihn der Betrachtung des Gesamtsinnes des Lebens zuzuwenden, so ruft der Ablauf eines größeren Abschnittes im Leben einer Einrichtung zur Besinnung auf ihre ideenhafte Grundlage auf, um von hier aus die Einzelaufgaben lösen und der notwendigen Kleinarbeit die einheitliche Richtlinie geben zu können. Nicht nur für sich selbst bedarf der Hüter und Weiterbauer einer Einrichtung solch vertiefender Besinnung: er empfindet es als Bedürfnis und als Pflicht, in besonderen Stunden all denen über den Sinn seiner Arbeit Rechenschaft zu geben, denen er sich verantwortlich fühlt und von deren Vertrauen seine Einrichtung getragen wird. So diene denn die heutige Stunde des Festes nicht geschichtlicher Rückschau auf Grundlegung und Ausbau unseres Seminars, sondern der Darstellung seiner geistigen Wurzel, der Idee des Jüdisch-Theologischen Seminars als solcher und der Ermittlung des Sinnes, in welchem seine Begründer sie auffaßten, wie desjenigen, den wir als Kinder einer völlig erneuten Zeit ihr geben müssen und wollen. Die Idee des jüdisch - theologischen Seminars, der Zacharias Frankel die ideelle, Jonas Fraenckel die materielle Grundlage schuf, hob sich ab von der Idee der Talmudschule, auf welcher damals die Bildung der Rabbiner erfolgte, und von dem Plane einer jüdischtheologischen Fakultät, der kurz zuvor auf gestellt worden war. Die Talmudschule sah ihre einzige Aufgabe darin, ihre Schüler geistig und seelisch tief verwurzeln zu lassen mit dem jüdischen, insbesondere dem gesetzlichen Schrifttum. Jedes Einbeziehen nichtjüdischer Inhalte in den Bildungsgang hielten ihre Meister für überflüssig, ja, für schädlich und sündig; vollends die Anwendung streng wissenschaftlicher Gesichtspunkte auf die höhere und niedere K, der Urkunden oder gar die Auseinandersetzung mit den auf dem Boden anderer Kulturen entstandenen Werturteilen lehnten sie grundsätzlich ab. Denn die völlige Isolierung des Judentums von seiner Umwelt

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