Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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Festvortrag und Ansprachen anläßlich der 75 jährigen Jubelfeier des jüdischs theologischen Seminars zu Breslau. Herr Rechtsanwalt Kober: Herr Regierungspräsident! Eure Magnificenzen! Eure Spektabilitäten! Hochansehnliche Festversammlung! Unsere ersten Worte sind Worte des Dankes. Des Dankes an unseren Schöpfer, der uns das Leben geschenkt, uns erhalten und uns diesen Tag hat erleben lassen. Und dann des Dankes an alle, die an unserem Feste teilnehmen. Wir begrüßen die Vertreter der hohen Staats- und Städtischen Behörden, der Universität und der Technischen Hochschule, die Vertreter der Schwesteranstalten, der Landesverbände und der Gemeinden und nicht zum wenigsten die früheren Hörer, die in großer Zahl zu unserer alma mater geeilt sind. Wir gedenken aber auch derer, denen es trotz ihrer Verbundenheit mit dem Seminar unmöglich war, hier zu erscheinen. Wir danken insbesondere einem, Herrn Dr. George Alexander Kohut in New York, der im Andenken an seinen Vater, einen ehemaligen Hörer der Anstalt, neben einem kostbaren Buchgeschenk einen Betrag von 100 Dollar jährlich als Alexander Kohut-Memorial-Preis zwecks Lösung wissenschaftlicher Probleme, möglichst lexikalischen Inhalts, gestiftet hat. Allen unseren Dank. Hochgeehrte Anwesende! ,,Wohltun errettet vom Tode.“ Dieses Wort sollte allen denen stets vorschweben, die in der Lage sind, anderen wohlzutun und mitzuteilen. Der Name des Kommerzienrat Jonas Fraenckel, der im Jahre 1846 heimgegangen ist, wird für alle Zeiten in Breslau einen guten Klang haben. Juden und Nichtjuden erfreuen sich der Segnungen seines Wirkens und seines Willens. Aber es gibt geistige Forderungen und geistige Bedürfnisse, deren Befriedigung der der irdischen Forderungen vorangeht. Vor wenigen Monaten feierten wir das Andenken Moses Mendelssohns. Hier kam der Allgemeinheit zum Bewußtsein, daß im wesentlichen seinem Wirken die Emanzipation der deutschen und der anderen Juden zu verdanken war. Aber die Emanzipation hat