Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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_9_ mann nach Bingen, Herr Dr. Bruno Finkeischerer nach Göttingen berufen. Am Todestage des verewigten Direktors Dr Zacharias Frankel hielt Herr Dr. Waldmann den wissenschaftlichen Vortrag über das Thema: Die halachische Bedeutung der Papyri von Elephantine. Unser Lehrkörper hat eine erfreuliche Erweiterung erfahren, indem Herr Dr. Zimmels1 als Seminarassistent angestellt wurde und das Fach der jüdischen Geschichte seit 1040 sowie talmudische Vorlesungen übernahm. Mit Beginn des Sommer- Semesters wurde Herr Dr. Zimmels durch den Unterzeichneten Vorsitzenden des Kollegiums in einer kurzen Ansprache den Hörern vorgestellt; er erwiderte mit herzlichen Worten des Dankes für das in ihn gesetzte Vertrauen und der Versicherung, seine volle Kraft an die hohe, ihm zugefallene Aufgabe wenden zu wollen. Ferner wurde dem Verwaltungsdirektor der Synagogengemeinde Herrn Dr. Rechnitz während des laufenden Wintersemesters ein Lehrauftrag für jüdisches Gemeinderecht erteilt. Im übrigen bestand der Lehrkörper nach wie vor aus den Herren: Seminarrabbiner Prof. Dr. Michael Guttmann, Dozent Dr. Isaak Heinemann, Dozent Dr. Albert Lewkowitz und Dozent Dr. Israel Rabin, Inhaber des Felix Perle-Lehrstuhls. Herr Glaser, Direktor des jüdischen Wohlfahrtsamtes der hiesigen Synagogengemeinde, wurde wiederum mit der Abhaltung von Kursen über soziale Fürsorge beauftragt. 1 Hirsch Jakob Zimmels, geboren am 29. Dezember 1900 zu Jaworöw (Galizien), besuchte die dortige und die Brodyer Talmudschule. 1914 nach Wien übergesiedelt, bestand er 1922 die Reifeprüfung am Akademischen Gymnasium in Wien. Seitdem besuchte er die israelitischtheologische Lehranstalt in Wien und legte dort 1927 die Rabbinerprüfung mit Auszeichnung ab; gleichzeitig studierte er Geschichte, Erdkunde, Soziologie und Philosophie an der Wiener Universität und bestand dort 1926 die Doktorprüfung. 1928 übernahm er die Stelle eines stellvertretenden Rabbiners und Religionslehrers in Baden bei Wien. Er veröffentlichte: Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland im 13. Jahrhundert, insbesondere auf Grund der Responsen des Rabbi Meir Rothenburg (von der israelitisch-theologischen Lehranstalt gekrönte Preisschrift, Wien 1926); ferner!עיפות הגדלים י־יאיל, in מנחת בכורים (Festschrift zum 80. Geburtstag des Rektors Schwarz, Wien 1926). Demnächst erscheint: R. Abigedor Cohen- Zedek (in der Gedenkschrift für H. P. Chajes) und Erez Israel in der Responsenliteratur des späteren Mittelalters, MGWJ 1930, Heft 1/2.