Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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(Szekesfehervar). Achtzehn Aufnahmegesnche wurden zurückgewiesen, teils deshalb, weil wir es nicht für ratsam halten, solche ausländische Hörer aufzunehmen, die geringe Vorkenntnisse im Hebräischen mitbringen und sich daher gleichzeitig in den deutschen Kulturkreis und in die talmudischen Fächer einzuarbeiten haben, teils, weil wir nicht in der Lage sind, bereits im ersten Semester Stipendien zu gewähren. Die Gesamtzahl der ordentlichen Hörer des Seminars beläuft sich am 1. Januar 1930 auf 66. Von ihnen haben 4 das Studium unterbrochen. Der Staatsangehörigkeit nach sind 26 Reichsdeutsche, 1 Danziger, zwei Schweizer, 24 Polen, 4 Tschechoslovaken, 5 Ungarn, 2 Rumänen, 1 Jugoslave und 1 Staatenloser. Unter den ordentlichen Hörern befinden sich zwei Frauen, welche sich auf die Prüfung für akademisch gebildete Religionslehrer vorbereiten. Ferner zählt das Seminar 2 außerordentliche Hörer, darunter 1 Frau, und 5 Gasthörer. Sämtliche ordentliche und außerordentliche Hörer besaßen die Universitätsreife. Da aber der Minister die Zulassung zur Doktorprüfung bei den Absolventen ausländischer Anstalten in der Regel von der Ablegung einer Ergänzungsprüfung abhängig macht, hat das Kuratorium auch in dem Berichtsjahre philologische Vorbereitungskurse zu dieser Prüfung eingerichtet. Im Gottesdienste in der Seminarsynagoge wurde, wie alljährlich, der heimgegangenen Dozenten gedacht: am Pessachfeste des Direktors Dr. Lazarus und des Seminarrabbiners Dr. Horovitz, am Versöhnungstage des Seminarrabbiners Professor Dr. Lewy und des Professors Dr. Graetz, am Schlußfeste des Professors Dr. Brann und am שבת ריגש der Dozenten Dr. Zuckermann und Dr. Rosin. Die Predigten wurden vom Dozenten Dr. Heinemann und den Hörern der Abteilung A Dr. Laupheimer und Dr. Vida gehalten. Ferner ehren wir das Andenken unserer heimgegangenen Vorgänger dadurch, daß am Sabbat vor ihrem Jahrzeitstage ihr Amtsnachfolger das Kaddischgebet verrichtet. Es bedeutete für das Seminar eine besondere Freude, Herrn Lippmann Bloch, dem wir erst im vorigen Jahre anläßlich seiner goldenen Hochzeit den Morenu-Titel verliehen hatten, im Berichtsjahre zur Feier seines 80. Geburtstags unsere herzlichsten Glückwünsche aussprechen zu können. Ferner konnten wir unserem treuen Hörer, dem um die Wissenschaft des Judentums und um das jüdische Leben in den skandinavischen Rändern hochverdienten Rabbiner Herrn Professor David