Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 107)
- Language
- German
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Anhang II Extract dessjenigen wass ein undt andere Stände auf die oberambtliche Verordnung*) wegen der im Land befindlichen Juden geantworttet. Herschaft Freidenthal1). Es würden daselbst keine juden geduldet. Herschaft Warttenberg wehren daselbst abanno 1676 in der Stadt nur Zwey juden wohnhaft mitt ihren Kindern, geben der Herrschaft 8 Reisthl. Schutzgeldt, dem Ertzpriester2) 4 Reisthl. undt Zu der allgemeinen Capitation, iedess wohl 3 fl. 36 Xer. Herschaft Militzsch. Ess wehren die juden wegen unterschidlich begangener gantiten gäntzlich Von hier abgeschafft3). Herrschaft Trachenberg Hatzfeldisch antheil. Allhier sey nor ein jude, undt habe den Brandtwein Schanck arrendiret, Von anno 1683, gebe weiter nichtss, weil er in mähren zu Prossnitz wegen Seiness Hausess die onera tragen müsste. Fürstenthumb L i g n i t z. In diesem fürstenthumb wehren Von drittehalb Hundert jähren keine Juden geduldet worden4 5). Herschaft Lossläu. Allhier thäten Sich gleiehfahlss keine Juden befinden. Herschaft Oderberg. Ess Sey nor einer Von 40 jahren in dem Städtl wohnhaft, alwoh er Sich ein Hauss erbauet, hielte die Brandtwein arrenda, gebe weiter kein Schutzgeldt, ausser die ordinarie anlagen, wie auch die Capitation; Sonst Sey er auch Zu L e i p n i c k in mähren gesessen. Fürstenthumb N e i s s. In diesem Fürstenthumb Sey kein sässhafter jude*). *) Gemeint ist die Verordnung v. 7. Dezember 1691. Die einzelnen Berichte erfolgten zwischen 1691 u. 1694. Brann, Gesch. d. J. i. Schl., S. 219 Anm. 2, erwähnt nur den Bericht über Glogau. (Allg. Archiv d. Minist, d. Innern, Wien, IV. T. 1.) ף Wohl Freudenthal, Kr. Schweidnitz, s. Knie, Uebersicht d. Dörfer, Flecken, Städte u. a. Orte d. Prov. Schlesien, Breslau 1845, S. 136. a) Die Höhe solcher Zahlungen war verschieden. In Zülz betrug die Abgabe an die Ortspfarrer seit 1717 48 rhein. fl., s. Rabin a. a. O., S. 26; über Glogau s. u. . 3) Die von Bloch a. a. O., S. 117 offen gelassene Frage über das Schicksal der Judengemeinde in Militsch in d. J. 1684 bis 1720 findet in dieser Angabe über die Vertreibung ihre Beantwortung. Diese ist wohl 1684 erfolgt. 4) In d. J. 1677—85 haben Glog. jüd. Kaufleute vergebl. Versuche gemacht, zu den Märkten in Liegnitz hereingelassen zu werden. (Br. St. A. F. Liegn. II 5a.) Im J. 1789 wohnten in L. 2 Juden, (s. Grünh. a. a. O. S. 523.) 5) Das Privil. zur Abschaffung der Juden erhielt Neisse 1468. Nach der Consignation v. J. 1657 hielten sich dort vorübergehend mehrere Juden zu Geschäften auf, darunter polnische Juden, deren Familien in Zülz.