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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 41

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721049--40-2726332
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9 Den Juden kam in diesem Kräftespiel eine nicht unwesentliehe Rolle zu. Für die Fürsten bedeuteten sie einen willkommenen Faktor ihrer fiskalischen und wirtschaftlichen Machtentfaltung. Bei dem Bemühen der Fürsten, ihre historisch gewordene Macht- Stellung zu wahren, leisteten ihnen auch die Juden den Dienst einer ergiebigen Steuerquelle18. Sofern der Kaiser in den Fürsten nicht botmäßige Günstlinge gefunden hatte19, mußte er sich gegen ihre politische Sonder- Stellung, besonders aber gegen jedes Anwachsen ihrer Macht, wenden. So kreuzten sich in vielen Fällen die Interessen von Fürst und Kaiser auch da, wo es sich um die Ausnutzung jüdischer Finanzkraft handelte, um das besonders geartete fiskalische und wirtschaftliche Problem des jüdischen Handels wie überhaupt um die wirtschaftliche Entfaltung der Juden in Schlesien. Trat die Grundherrschaft für die Juden ein, gewährte sie ihnen Schutz und Aufnahme, so wandten sich, wie in früherer Zeit20, die zentralen Mächte, die Hofkanzlei oder ihre ausführenden Organe in Schlesien, aus politischen Tendenzen und aus staatsfiskalischen Interessen vielfach gegen die Juden. In den Rahmen dieses politischen Systems, das sich gegen Selbstherrlichkeit und Wirtschaftsmacht der Stände wandte, fügte sich auch die habsburgische Handelspolitik in Schlesien ein. Im wesentlichen entsprach die wirtschaftliche Betätigung der Juden, ihre Beweglichkeit, ihr Unternehmungsgeist, ihre einzigartige Eignung, den Handel mit den Nachbarländern selbständig zu führen, den Ideen und den, in allerdings sich oft widersprechenden Anordnungen, erkennbaren Tendenzen der Habsburger Regierung. Diese versuchte, wenn auch, dem Charakter der Habsburger gemäß, nur sporadisch, die schlesische Wirtschaft aus der Enge der ständischen Interessen, der gewaltsamen Begrenzung durch kaufmännische Privilegien und der Zwangsjacke der Zunftordnung herauszuheben, den schlesischen Handel in den Handelsverkehr des Habsburgischen Reiches hineinzustellen21, wie überhaupt der 18 S. Berndt, Geschichte d. Juden in Groß-Glogau, Glogau [1874], S. 54 f., Brann, Geschichte d. Juden in Schlesien, Brest 1917, Heft VI, S. 208, Rabin, Die Juden in Zülz, Neustadt 1926, S. 24 f., ders. Vom Reehtsk., S. 26. 19 Wuttke, H., a. a. O. S. 119. 20 Vgl. Rabin, a. a. O. S. 60 Anm. 2 und S. 26 Anm. 1. 21 Vgl. dazu: ״Acta wegen Beförderung des Schles. Commercü mit Polen u. Moskau, dessen Vermehr u. Verbesserung ce ao 1692 bis 1739 (Ex Arch. Oberamt)“, Bresl. Staats-A. Rep. 13 AA VIII 33 b voh I; ferner: ״Acta generalia, von Aufnahme u. Beförderung des Schles. Com-

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