Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1920 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Rede bei der Trauerfeier für Herrn Professor Brann in der Seminar-Synagoge (29. September —17. Tischri) von Albert Lewkowitz So ist es denn wahr, was wir noch nicht fassen können, daß wir Dich verloren haben, unsem Meister und Freund, den wir uns nicht anders denken können, als tätig, tätig für uns mit der ganzen Kraft Deines Herzens, der Wachheit Deines Geistes. Denn Du warst unser, erfülltest diese enge und doch so bedeutungsvolle Welt unseres Seminars mit der Kraft Deiner Persönlichkeit. Deine Liebe und Treue, Tatkraft und Umsicht führten uns. Und das soll nun nicht mehr so sein! Tief erfaßt uns der Schmerz und durchdringt unsere Seele. Und doch dürfen wir uns dem Schmerze nicht hingeben. Die Ehrfurcht vor der Religion, die auch Du über alles stelltest, gebietet uns der Festzeit zu gedenken, die Gott eingesetzt als Zeichen seiner Huld für Israel. Nicht allein die äußeren Zeichen der Trauer sind diesen Räumen fern geblieben. Unsere Religion, die Hohes vom Menschen fordert, verlangt von ihm, daß er auch aus der Tiefe des Schmerzes sich im Vertrauen zu Gott erhebe und seine Feste ehre. Hochansehnliche Trauer-Versammlung! Wir sollen und wollen dieses Gebot erfüllen und auch unseren teuren Toten ehren, indem wir über unseren Willen Gottes Willen stellen. So lassen Sie diese schwere Stunde des Abschieds zu einer Stunde der Weihe werden, in der wir mit gesammelter Kraft der Seele uns von uns selbst loslösen und uns ganz dem Schauen dessen hingeben, was Professor Brann gewesen ist, was er unserm Seminar gewesen ist. Wenn irgendwo, so enthüllt in diesem Falle der Beruf den ganzen inneren Menschen. Professor Brann ist uns III