Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1919 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2720904-2721027--57-2726156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3 sehaft verbunden war. An seiner Beerdigung, die sich zu einer Trauerkundgebung des ganzen deutschen Judentums gestaltete, nahm das Lehrerkollegium teil. Herr Seminarrabbiner Dr. H or oyi.-tz gab der Teilnahme des Seminars Ausdruck. Dem Schulrat und dem Lehrerkollegium des Philanthropin in Frankfurt a. M. drückte das Lehrerkollegium anläßlich des Hinscheidens des Geh. Studienrates Herrn Direktor Dr; Adler sein Beileid aus. Anläßlich des Hinscheidens des Herrn Gemeinderabbiners Prof. Dr. Mavbaum, der ebenfalls ein Zögling unserer Anstalt gewesen ist, sprach das Seminar der jüdischen Gemeinde in Berlin sowie der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, an welcher der Verewigte jahrzehntelang als Dozent tätig war, seine Teilnahme aus. Das Lehrerkollegium hatte aber auch die Freude, am 9. Juli den 70. Geburtstag seines verehrten Kollegen Herrn Prof. Dr. Brann festlich begehen zu können und gab den Gefühlen der Freude und Verehrung in folgender durch den Herrn Seminar- Rabbiner überreichten Adresse Ausdruck : Hochgeehrter Herr Professor, lieber Herr Amtsgenosse! Der Ehrentag, den Sie heute begehen, ist ein Freudentag für weite Kreise unserer Glaubensgemeinschaft. Er ist aber besonders ein Festtag unseres Seminars, das Sie ihit doppeltem Stolze — als Schüler und als Lehrer — den Seinen nennen darf. Als Nachfolger des genialen Erforschers unserer Vergangenheit übernahmen Sie die Darstellung des Lebens;־ und Leidensweges Israels als Hauptgegenstand Ihrer unterrichtlichen und wissenschaftlichen Tätigkeit. Aber Sie erschlossen auch Ihren Hörem den Bau der hebräischen Sprache, deren Lebensäußerungeil Sie überblicken von den ehrwürdigen Urkunden der Vorzeit bis zu den jüngsten Erzeugnissen jung-jüdischen Schrifttums. Sie ließen sie die Thora anschauen mit dem frommen Auge mittelalterlicher Erklärer, aber auch erfassen mit den Methoden neuerer Forschung. Und aus der Fülle eigener unterrichtlicher Erfahrungen gaben Sie ihnen Winke für ihre einstige jugendbildnerische Tätigkeit, damit aus der Erkenntnis geschichtlichen Lebens neues Leben erblühe.