Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1917 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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4 fand dann die Beisetzung auf dem Fi'iedhof zu Cosel statt. Hier sprachen die Herren Gemeinderabbiner Professor Dr. Guttmann und Dr. Bosenthal namens der Familie, Herr Dozent Dr. Elbogen-Berlin als Abgesandter der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, an welcher der Verstorbene elf Jahre vor seinem hiesigen Amtsantritt als Talmudlehrer gewirkt hat, Herr Babbiner Dr. Bosenzweig- Berlin namens der ehemaligen Berliner Schüler des Verklärten, Herr Moseh Lewy im Namen der verwaisten Kinder und am Grabe der zweite Babbiner der hiesigen Gemeinde, Herr Dr. Simonsohn. Das Andenken an die segensreiche Wirksamkeit des Heimgegangenen bleibt unlöslich mit der Geschichte des Seminars verbunden. Für die zahlreichen schriftlichen und mündlichen Kundgebungen der Teilnahme und des Beileids, die uns von den Lehrer-Kollegien und Kuratorien der Schwesteranstalten, von den Vorständen der großen jüdischen Verbände im deutschen Beiche, von den Vorständen vieler Großgemeinden des In- und Auslandes und von den ehemaligen Schülern unserer Lehranstalt zugegangen sind, sagen wir auch an dieser Stelle unsern herzlichsten Dank. Über die Neubesetzung des erledigten Amtes schweben Verhandlungen. Die Art und Weise, wie zunächst der wissenschaftliche Unterricht erteilt wird, ergibt sich aus der unten folgenden Übersicht über die im abgelaufenen Studienjahr gehaltenen Vorlesungen. Wenige Wochen später, am 4. November, hatten wir durch den Heimgang des Seniors im Kuratorium der Fränckelsehen Stiftungen, des Herrn Justizrat und Stadtrat Dr. Alfons Marek, einen neuen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Der Verewigte hat nahezu drei Jahrzehnte lang in treuer fürsorgender Schaffensfreudigkeit alle seine Geistesgaben und edlen Charaktereigenschaften, seine Tatkraft, Einsicht und Erfahrung der Förderung und Hebung unserer Anstalt gewidmet. Bis in seine letzten Lebenstage ist ihm die unermüdliche Arbeit für die gedeihliche Entwicklung unseres Seminars eine wahre Herzenssache gewesen. Seine vorbildliche Treue, seine seltene Herzensgüte und die stete Liebenswürdigkeit seines Wesens machen ihn unserer Lehranstalt und uns unvergeßlich. Aber auch einen Ehrentag hat das Seminar im abgelaufenen Jahre erlebt. Auf den 31. Oktober fiel die Hundertjahrfeier des Tages, an dem H. Graetz geboren worden ist. Die zweite