Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1917 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Unsere Lehranstalt und mit ihr die Wissenschaft des Judentums hat durch den Heimgang unseres Amtsgenossen, des Seminar-Rabbiners Herrn Prof. Dr. Lewy, einen überaus schmerzlichen Verlust erlitten. Hach unserer satzungsgemäßen Ordnung hat der Verstorbene die Aufgabe gehabt, dem fälligen Jahresbericht eine wissenschaftliche Abhandlung hinzuzufügen. Bei der peinlichen Gewissenhaftigkeit, die für ihn charakteristisch war, war er gewiß bereits mit denVorbereitungen dazu beschäftigt, als der Tod ihm die Feder aus der Hand nahm. Hach dem strengen Maßstab, den er an seine Wissenschaftliehen Leistungen anlegte, widerspricht es seinen Grundsätzen, eine Zeile von ihm zu veröffentlichen, die er nicht selber endgültig für druckreif erklärt hat. In der seit seinem Hinscheiden verfügbar gewesenen kurzen Frist ist keiner der Amtsgenossen in der Lage gewesen, eine wissenschaftliche Arbeit fertigzustellen. An Stelle einer solchen veröffentlichen wir in diesem Jahre die Ansprachen, die bei der für ihn abgehaltenen Gedächtnisfeier in unserer Seminar-Synagoge gehalten worden sind. Die Feier begann um 11 Uhr. Hach einem einleitenden Gesänge sprach zuerst namens des Seminars Herr Dr. Horovitz. I. Geehrte Trauerversammlung! Wenn ein Freund von uns Abschied nimmt, mit dem wir viele Jahre in vertrautem Umgang gelebt haben, dann pflegen wir dem Scheidenden noch einen langen Blick nach zuwerfen, um uns sein Bild nochmals ins Gedächtnis zu prägen. Wie nun erst, wenn es ein Abschied für immer ist und wenn es einem Manne gilt, dem wir nachrufen können das Wort: Wir werden seinesgleichen nie Wiedersehen!