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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1917-01-01 · 1916 (1917) · page 36

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1916 (1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
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schaulichercs Bild von der vielseitigen Betriebsamkeit im Ghetto geben uns aber die erhaltenen Judenlisten. Nach einer von den wenigen, die nicht bloß summarische Zahlen und ^Tarnen, sondern auch nähere und gründlichere Auskünfte über die Beschäftigung, den Vermögensstand, die Familien- Verhältnisse und die Lebensführung der Gemeindcmit־ glieder enthalten, bot die Glogauer Gemeinde zu Beginn des Jahres 1722 etwa folgenden Anblick1) dar: Es gab damals 265 in Glogau heimatsberechtigte Familien2). Von diesen waren 15, deren Seelenzahl nicht angegeben ist, ortsabwesend, und zwar wohnten 12 in Breslau und je eine in Kamslau, Dyhemfurth3) und Wartenberg. Den ausgedehntesten Gebrauch von seinem Privilegium4), ,,mit seiner Familie Männ- und Weiblichen Geschlechts allliier [d. h. in Breslau) zu leben, machte Hirschei Benedikt, ״der sogenannte Printz“ in einer Weise, die den Ratmännern von Breslau nicht mein* angenehm war und sie zu der Aeußerung veranlaßt^: ״wir zweifeln doch aber nicht unbillich, ob unter den Termino: ״mit Seiner Familie“ dergleichen unzulässige Juden mit zu verstehen seyen, die notorie außerhalb seiner Familie leben“. Sein Hausstand belief sich nämlich auf 31 Personen. Da war außer ihm und seinem Kinde, 1 Diener, der junge Barucli Hirschei, vielleicht sein Sohn, mit Weib und 3 Gesindern, Jacob Getschel von Prag mit Weib und 4 Kindern, Seelig5) von Glogau mit Weil) und 3 Kindein, der Schulmeister Emanuel mit seinem Weibe, der Pferdehändler Mann Marx mit seinem Weibe, Valt-in Schmeyer von Ziltz mit seinem Weibe, Jochen! von Glogau, Israel von Glogau r) Nach dem Verzeichn, der im Lande befindlichen Juden 1702—1737 iin Staatsarchiv AA II 21 b. Bericht des Kgl. Glogau sc heil Amtes an das Oberamt d. d. 13. Januar 1722, 8 Bogen i'olio, ergänzt nach der umgearbeiteten Spezifikation d. d. Glogau, 25. September 1723, nebst i) Beilagen, I -|- 16 Bogen fol. a. a. O. 2) Nach der Spezifikation von 1723 ist die Gesamtzahl 268. 9) Die Dyhernfurther Familie ist 1723 nach Glogau zurückgekehrt. 4) Ergänzung aus dem Bericht des Breslauer Rates an das Oberamt, d. d. 12. August 1722 a. a. 0. 5) Ich möchte glauben, daß das kein geringerer als Isaak Selig b. Arjeh JehudaLoeb Caro war, der, wie seine Approbationen beweisen, zeitweise auch in Breslau gelebt hat, und schließlich als Landesrabbiner in Hannover gestorben ist. Vgl. Gronemann, Genealogische Studien, hehr. T., S. 43, deutsche Abt. S. 58 f.

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