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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 3

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1915 (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721035--02-2725900
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Zur Philosophie der jüdischen Religion. Dr. Albert Lewkowitz. Die jüdische Beligion ist kein Produkt der Spekulation, sondern die Schöpfung der geistigen Führer des jüdischen Volkes, der Propheten. So wertvoll die Freiheit der jüdischen Beligion von der Enge eines stets zeitlich bedingten phüosophischen Systems ist, beruht die Lebendigkeit der jüdischen Beligion auf ihrer Kraft, die Existenz ihrer Bekenner in den verschiedenartigsten Kulturkreisen zu begründen. Diese Kraft als eine geistige, beruhend auf der Wahrheit des religiösen Gedankens zu erkennen, ist die Aufgabe der jüdischen Beligionsphilosophie. Nicht um den religiösen Ideen einen Zusammenhang mit den philosophischen Gedanken der Zeit zu geben, den sie an sich nicht haben, sondern um die religiösen Ideen in dem Becht ihrer Aufstellungen zu erweisen. Dieser Aufgabe haben sich die jüdischen Beligionsphilosophen des Mittelalters unterzogen, ausgehend von dem besten Wissen ihrer Zeit. Mit dem Wandel des Wissens ist die Aufgabe neu geworden. 1. Die Existenz Gottes. Nicht, ob es einen Gott gibt, fragt der Prophet. Nichts ist ihm gewisser, als daß seine eigene Existenz, sein Fühlen, Denken und Handeln, sein Yolk, die Welt von Gott beherrscht ist. Zu sagen, wer Gott ist und was er fordert, ist Sinn des prophetischen Wirkens. Daß Gott der Heilige ist, die Gerechtigkeit und die Liebe, der Geist sittlicher Vollkommenheit zugleich Schöpfer und Beherrscher von Natur und Menschenwelt, ist Inhalt der prophetischen Verkündigung Gottes. Das war das Neue, das die Propheten Israels geschaffen, daß sie die Götter der Völker als ״Nichtse‘‘ gestürzt und den Heiligen als den ״Einzigen Gott“ erlebt und verkündigt haben. Mit

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