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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1914-01-01 · 1913 (1914) · page 92

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 92)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721037--091-2725885
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4 Am 18. April, dem letzten Tage des Pessachfestes, wurde in der Predigt das Andenken des sei. Direktors Dr. Lazarus besonders hervorgehoben. Herr Dr. Krakauer hielt die Predigt. Zu Beginn des Sommersemesters hat die Lehrverfassung unserer Anstalt eine nicht unwesentliche Aenderung erfahren. Sie wurde hervorgerufen durch die seit vielen Jahren gemachte Wahrnehmung, dass in stets wachsender Anzahl Abiturienten höherer Lehranstalten, die das Mindestmass der theologischen Vorbildung noch nicht besitzen, sich zur Aufnahme in das Seminar melden. Ferner schien es ratsam, die Studierenden mit den Problemen der modernen Religionsphilosophie bekannt zu machen. Nach eingehenden Erörterungen zwischen dem Kuratorium und dem Lehrerkollegium ist beschlossen worden, die Unterweisung der Hospitanten in einen organischen Zusammenhang mit dem Unterrichte der ordentlichen Hörer zu bringen. Es sollen demgemäss in besonderen Vorlesungen die Hospitanten regelmässig für den biblischen und talmudischen Unterricht vorbereitet und für alle Kommilitonen Vorlesungen über moderne Religionsphilosophie gehalten werden. Für diese neu eingerichteten Vorlesungen wurde Herr Rabbiner Dr. Albert Lewkowitz berufen. Herr Dr. Lewkowitz, geboren in Georgenberg O.-S. am 6. April 1883, hat von Oktober 1903 bis April 1909 unser Seminar besucht und ist am 27. Januar 1910 als Rabbiner und Prediger entlassen worden. In seiner bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit hat er sich namentlich mit einschlägigen Fragen seines Spezialfaches beschäftigt. Am 28. April wurde Herr Dr. Lewkowitz vom Kuratorium in Gegenwart des Lehrerkollegiums und der Herren Kommilitonen in .sein Amt .eingeführt. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Stadtrat Marek, hielt eine Anrede, auf die HerrDr. Lewkowitz erwiderte. Am 2. Juni wurde dem Unterzeichneten durch den Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten das Prädikat Professor verliehen. Das Lehrerkollegium hatte die Freude, im Laufe des Jahres die ehemaligen Hörer unserer Anstalt, die Herren Rabbiner Professor Dr. Maybaum in Berlin am 29. April, Rabbiner Dr. Salzberger in Erfurt am 15. Juli 1914 und Rabbiner Dr. Treitel in Laupheim (Württemberg) am 2. Januar 1915 anlässlich ihres 70. Geburtstages zu beglückwünschen. - An das Rabbinerseminar in Berlin wurde auf die Trauerkünde vom Heimgang des Herrn Geh. Regierungsrats Prof. Dr. Barth am 25. Oktober ein Beileidstelegramm abgesandt.

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