Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1912 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2720904-2721013--13-2725748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14 seiner Söhne. Zu Maimons besten Freunden gehörte damals Ephraim Moses Kuh, ein Sprössling der ältesten, seit 1665 hier ansässigen Familie, der ,erste jüdische Dichter, der einige poetische Leistungen von bleibendem Werte in hochdeutscher Sprache hinterlassen hat1). Und am 16. April 1780 begründete ein kleiner Kreis gleichgesinnter Männer die noch heute blühende ״Gesellschaft der Brüder“, die sich die Aufgabe stellte, die grosse Masse der Glaubensbrüder zur Teilnahme am modernen Kulturleben vorzubereiten und zu erziehen2). Lebhafte Förderung und Ermunterung fanden diese Bestrebungen an dem Grafen Hoym, dem dirigierenden Minister Schlesiens. Ein Staatsmann aus der Schule des grossen Königs, ein aufrichtiger Verehrer Mendelssohns, ergriff er gern die Gelegenheit, die Vor- Schläge seines Freundes, des Kriegsrats Christian Wilhelm Dohm, zur Verbesserung der politischen Lage der Juden zunächst auf einem kleinen Gebiete praktisch durchzuführen. Ihm verdankte die Breslauer Gemeinde die neue ״Vorschrift, wie es künftig mit dem Judenwesen in Breslau zu halten sey“ vom 21. Mai 17903). Bot die neue Verfassungauch keineswegs, wie die Juden-Kommission wiederholt versicherte, den Juden lauter Vorteile dar4), so räumte sie doch wenigstens einigermassen mit der allzugrossen Mannichfaltigkeit der Rechtsklassen auf. Die bisher von Rechtswegen streng gesonderten acht Abteilungen wurden auf drei vermindert. In Zukunft sollte es nur noch General-Privilegierte, Stamm-Numeranten und polnische Grenzjuden geben. Auch die Auswahl לצד המים י*א כסליו וזקנ״ט. שלמה מיימן מוכח רדכלי־ו לצד פכים לעוויכזאהן דד כסליו תקס״א♦ Im Oktavband s. lit. ש heisst es entsprechend: *שלמה אינו מאמין ה כסליו תקכדא בהצוים למעדב. Der 5. Kislew 5561 ist der 22. November 1800. Man sieht, die Zeitgenossen machten gar kein Geheimnis aus der Weise, wie sie ihn begruben. Ueber Aron Zadek oder Zadig s. meine Gesch. der Gesellsch. d. Brüder, S. 72 u. Gesch d. Industrieschule, S. 14. 34 und Landsberger in meinem Jahrbuch, Jahrg. 1899, S. 43 ff. x) Freudenthal, die ersten Emanzipationsbestrebungen der Juden in Breslau, S. A. aus der M. S. Jahrg. 1892, S. 17. Landsberger, Judentaufen in Breslau in meinem Jahrbuch 1899, S. 31 f. (wos. Anm. 1, die Ziffer 1772 selbstverständlich ein Druckfehler für 1792 ist). Danach wären die Angaben des Neudrucks der Selbstbiographie Sal. Maimons S. 497 zu ergänzen und zu berichtigen. 2) Vgl. Gesch. d. Gesellschaft der Brüder S. 13 ff. 3) Sie ist abgedruckt bei v. Rönne und Simon S. 226—231. 4) Freudenthal, a. a. O., S. 27.