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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 64

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721019--63-2725579
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4 Philosophen'des Mittelalters nicht unbekannt war, und dass namentlieh dessen Logoslehre auf die Gestaltung der Lehre vom göttlichen Willen bei den jüdischen Religionsphilosophen eingewirkt habe. Der Verfasser geht jedoch entschieden zu weit, wenn er eine Bekannt־ Schaft mit Phiionischen Ansichten selbst bei Maimuni nicht für unwahrscheinlich hält, wofür gar kein genügender Grund vorliegt. Ein Hauptfehler der Arbeit ist, dass der Verfasser sich nicht ausschliesslich auf das eigentliche Thema konzentriert und vieles in den Kreis seiner Betrachtung zieht, was, streng genommen, nicht in den Rahmen der Arbeit gehört, wodurch die Uebersicht über die einzelnen Fragepunkte erschwert wird. Auch fehlt es nicht an leichteren Irrtümern und gewagten Behauptungen in Einzelheiten. Nichtsdestoweniger zeugt die Arbeit von Sachkenntnis, von eingehender Beschäftigung mit dem Gegenstand und von einem ernsten Streben nach Gründlichkeit und Klarheit. Im Hinblick darauf, wie mit Rücksicht auf den Wert der Arbeit im ganzen, wurde dem Verfasser der Preis zuerkannt unter der Bedingung, dass er vor der Drucklegung die gerügten Mängel beseitige. Die Eröffnung des mit dem angeführten Merkwort versehenen Umschlages ergab, dass der Verfasser Herr Dr. Arnold Grün־ feld sei. Für das laufende Studienjahr wurde zur Bewerbung um den Lehmann’schen Preis die Aufgabe gestellt: ״Es soll trotz der verdienstlichen Leistung Joel Müllers von neuem eine Untersuchung über die Sammlung der halachischen Differenzen zwischen den Juden Babyloniens und Palästinas angestellt werden“. Eine Bearbeitung ist nicht eingelaufen. Während des abgelaufenen Studienjahres ist das Seminar von 27 Hörem besucht worden. Neu eingetreten sind im vergangenen Jahre: Siegbert Pinkus aus Danzig, Alfred Zweig aus Thurzo- Kolonie (Kr. Kattowitz) und Albert Wolf aus Buchen (Baden). Von ehemaligen Zöglingen des Seminars sind folgende in Aemter berufen worden: Herr Dr. H. Auerbach zum Religionslehrer in Dresden, Herr Dr. A. Levy zum Rabbiner in Nordhausen, Herr Dr. A. Kahlberg zum Rabbiner in Halle a. S. und Herr Dr. E. Steckelmacher zum Bezirksrabbiner in Dürkheim. Herr Rabbiner Fabian in Breslau wurde zum Direktor des israelitischen Waisenhauses hierselbst berufen. Zum Rabbinatsadjunkt in Nürn־ berg wurde der Hörer Dr. C. Tirschtiegel berufen. Ausserdem ist zur Geschichte des Seminars im abgelaufenen Studienjahre Nachstehendes zu berichten:

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