Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
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J/as jüdisch-theologische Seminar begeht am 27. Januar zum sechsundfünfzigsten Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fränckel. Anlässlich dieser Feier sollen die Herren Kandidaten DDr. de Haas, Lewkowitz, und Obstler, nachdem sie die theologisch-wissenschaftliche und■ die talmudisch-rabbinische Prüfung bestanden haben, als Rabbiner entlassen werden. Im verflossenen Jahre wurde am 27. Januar, dem Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs und dem gleichzeitigen Sterbetage des Stifters, die Doppelfeier in üblicherweise begangen. Die Fest- und Gedenkrede hielt Herr Dr. Brann. Daran schloss sich die feierliche Entlassung der Herren Kandidaten DDr. Auerbach, Kahlberg, Alfr. Levy und Steckelmacher unter Ueberreichung des Rabbinatsdiploms durch den Seminarrabbiner, worauf Herr Dr. Steckelmacher Abschiedsworte an seine Lehrer und Studiengenossen richtete. Zur Bewerbung um den Lehmann’schen Preis war die Aufgabe gestellt: ״Die Lehre vom göttlichen Willen bei den jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters von Saadia bis Maimuni“. Eine Arbeit mit dem Merkwort: כי הוא אמר ויהי הוא צוה ויעמוד ist eingelaufen. Das Urteil lautete wie folgt: Der Standpunkt, welchen die jüdischen Religionsphilosophen in der Frage betreffend den göttlichen Willen einnehmen, wird vom Verfasser, welcher Gewandtheit in der Darstellung und Vertrautheit mit der einschlägigen Literatur bekundet, im allgemeinen richtig bezeichnet, wenn auch die vom Verfasser an den einzelnen Philosophen geübte Kritik zuweilen nicht berechtigt ist. Die verschiedenen Gesichtspunkte, von welchen die Frage behandelt wird, werden in das gehörige Licht gesetzt und der Zusammenhang zwischen der Willenslehre der einzelnen Philosophen und ihren sonstigen Ansichten aufgezeigt. Gestützt auf neuere Forschungen, ist Verfasser der Ansicht, dass Philo den jüdischen Religions-