Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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as jüdisch-theologische Seminar begeht am 28. Januar zum zweiundfünfzigsten Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fränckel. Bei dieser Gelegenheit sollen die Herren Kandidaten Dr. Ludwig Levy und Dr. Georg Wilde nachdem sie die theologisch - wissenschaftliche und die talmudisch-rabbinische Prüfung vorschriftsgemäss bestanden haben, als Rabbiner entlassen werden. Im verflossenen Jahre wurde am 27. Januar, am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs und dem gleichzeitigen Sterbetage des Stifters, die Doppelfeier in üblicherweise begangen. Die Fest- und Gedenkrede hielt Herr Seminar-Rabbiner Prof. Dr. Lewy. Hieran schloss sich die Entlassung der Kandidaten Dr. Ismar Freund und Dr. Arnold Lazarus, denen der Seminar-Rabbiner die Rabbinatsdiplome überreichte, und in deren Namen Dr. Lazarus warm empfundene Abschiedsworte an seine Lehrer und Studiengenossen richtete. Zur Bewerbung um den Josef Lehmann’schen Preis ist für das abgelaufene Jahr die Aufgabe: ״Der Einfluss Al-Gazzälis auf Chasdai Kreskas“ wiederholt worden. Eine umfangreiche Abhandiung mit dem Motto: הממיר המבוכה בפניני האמונה והמאירה כל המחשבים הוא התורה לבד ist eingereicht worden Die Arbeit ist nicht frei von einzelnen Mängeln in der Auffassung und Darstellung der zum Vergleich herangezogenen Ansichten. Manche Vergleichungspunkte sind nicht genügend berücksichtigt und nach Gebühr beleuchtet worden. Auch wird der Werth der Arbeit einigermassen beeinträchtigt durch den Umstand, dass der Verfasser für seine Darstellung der Ansichten Al-Gazzälis nicht das arabische Original, sondern die vielfach unkorrekte lateinische Uebersetzung benutzt hat. Im grossen Ganzen jedoch hat der Verfasser eine verdienstliche, von anerkennenswertem Eifer und gehöriger Sachkenntnis zeugende Leistung dargeboten. Er hat mit Fleiss und Geschick eine teilweise Uebereinstimmung zwischen R. Chasdai und Al-Gazzäli nachzuweisen versucht und zugleich die Unterschiede hervorzuheben nicht unterlassen, die bei einer Vergleichung der beiderseitigen Ansichten sich