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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 206

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 206 (sequence 62)
Language
German
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IRI
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206 -- beflecken. Sie gleicht einem Menschen, der von einer weiten Reise zu seinen Verwandten und Freunden zurückgekehrt, doch nicht zu ihnen gelangen kann, oder Jemandem, dem wegen seiner schmutzigen Kleidung der Zutritt in den Palast des Königs verwehrt wird, obgleich er sonst ein Recht darauf hätte, oder einem Menschen, der mit einer ansteckenden Krankheit behaftet ist und den seine eigenen Hausgenossen und Verwandten nicht berühren wollen. So wird die Seele sich selbst zur Last, sie möchte sich selbst entliehen, aber Niemand kann sie von sich selbst befreien, und ihre Schmach und ihr Schmerz währet ewig190). Es ist in dieser phantastischen Schilderung vom Zustande der Seele nach dem Tode der Einfluss platonischer oder neuplatonischer Anschauungen nicht zu verkennen, denen gemäss einzelne Stellen aus der Bibel und dem späteren jüdischen Schrifthum gedeutet werden. Was hierbei besonders beachtenswerth erscheint, das ist die Thatsache, dass Ibn Saddik trotz dieser seiner Abhängigkeit von fremden Anschauungen sich die Lehre von der Seelenwanderung nicht aneignet 191). Es fehlte niemals an einer starken Opposition gegen diese Lehre in jüdisch en Kreisen, 90י) Mikr. das.:והיא במעלת מי שיצא בשיירה ושב מדרכו וכשהגיע למקום קרוביו וכר ונשאר אונן וכואב וס׳ אינה לא עם הנוף הוא שהיא רוחאנית ולא בעולמה היא לפי שלבשה לבושים צואים טמאים וכר כאדם שהלך לארמון המלך בנבלות ומנוף וכר וכמי שנצטרע או שהתנגע שלא ילוו אותו מחי אהלו וכר ותבקש להפרד מעצמה ואין מבריח אותה מעצמה ותשאר מתביישת וכר, In ähnlicher Weise heisst es hei den Lauteren Br., S. 422, dass ebenso wie nicht Jeder in die Versammlung der Könige zugelassen wird, so auch nicht eine Seele in das Himmelreich, die nicht von allem Unedlen sich gereinigt hat. Was die Metapher לפי שלבשה לבושים צואים betrifft, so sagt Ibn Saddik früher bereits, S. 76, im Anschluss an Zacharia 3, 3: הזכיות לנפש כמו המלבוש הנאה והעברות לה במו הלבושים הצואים. Die gleiche Metapher gebrauchen die Lauteren Brüder, S. 431, und daneben die andere vom Rost.: oLsuäj!* Kjotxxiiil q-* . . . . Ij^l LfcLc Vgl. Hermes, s. 61, und תורות הנפש, s. 86: רומית לחרב אשר היתה בתחלה מלוטשה אחר וה באה החלודה (nämlich והן(הנפשות Mit dieser Anschauung steht auch im Zusammenhang die durch einen Fehler veranlasste falsche Uebersetzung in der Theologie, vgl. S. 86, A. 21. ״״) Vgl. S. 75, Z. 2: ויתחייב להם זה להוריש d. h. die Gegner wären dann gezwungen, die Seelenwanderung auzunehmen, woraus hervorgeht, dass ihm eine solche Annahme als durchaus verwerllich erscheint. Es erscheint mir nun auch zweifelhaft, ob die oben S. 143, A. 165, von Gabirol angeführten Worte: ואם נטמאה תנוד בשצף קצף וחרון ובל ימי טומאתה בדד תשב נולה וסודה auf die Seelenwanderung zu beziehen sind. Vielmehr dürften diese Worte entsprechend der Schilderung, die wir soeben bei I. Saddik hatten, auf die Unmöglichkeit der Vereinigung mit der intelligiblen Welt zu deuten sein.

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