Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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II. Die Psychologie der jüdischen Neuplatoniker. B. Josef Ibn Saddik. 1. Kapitel. Einleitendes. Der Standpunkt Ibn Saddik’s im Allgemeinen, insbesondere sein Verhältniss zum Kalam. Wie Gabirol zählt auch Ibn Saddik zu den Neuplatonikem1). Unter den Juden Spaniens scheint der Neuplatonismus eher Anhänger gefunden zu haben als die besonders durch Maimuni fast zur ausschliesslichen Herrschaft gelangende aristotelische Richtung, und zwar waren es namentlich die durch Ibn Mesarra aus Cordova c. 883—931 eingeführten pseudo-empedokleischen Schriften2), die Schriften der Lauteren, und wahrscheinlich auch die pseudo-aristotelische Theologie3) und das Buch de causis, die wir noch besitzen, die dem Neuplatonismus Eingang verschafft haben. Für die grosse Verbreitung desselben spricht der neuplatonische Charakter der auf uns gekommenen philosophischen Schriften aus der Zeit vor Ibn Saddik, der Werke Gabirol's, Bachjas, Moses Ibn Ezras. Wenn es daher bei Maimuni (Moreh I, 71) heisst, dass die ]) Vgl. die Einleitung zu unserer Ausgabe des Mikrokosmos, S. XIII u. VII, Anm. 31. 2) Vgl. über Mesarra Munk, Melanges, S. 241 und Kaufmann, Studien, S. 10. 3) Wir haben bereits in unserer Ausgabe des Mikrokosmos, S. IX, die Vermuthung ausgesprochen, dass Ibn Saddik die Theologie kannte. Ebenso lasst sich.dies von Moses Ibn Ezra behaupten, der (Zion a.a.O., S. 121) mit den Worten: אסר אריסמו לפעמים אני מתבודד עם נפשי ואחלדן גופי מעלי וכף die bekannte steile aus Theoi., S. 8, citirt, die auch von Alfarabi, Abhandl., S. 31, erwähnt wird, vgl. Stein- Schneider, Hebr. Bibliogr. 1864, S. 107.