Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Das jüdisch-theologische Seminar begeht am 27. Januar zum einundfünfzigsten Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenckel. Bei dieser Gelegenheit sollen die Herren Kandidaten Dr. Ismar Freund und Dr. Arnold Lazarus, nachdem sie die theologisch-wissenschaftliche und die talmudisch-rabbinische Prüfung vorschriftsmässig bestanden haben, als Rabbiner entlassen werden. Am 29., 30. und 31. Oktober 1904 hat das Seminar anlässlich seines fünfzigjährigen Bestehens eine Jubelfeier veranstaltet, zu der eine Festschrift über die Geschichte des Seminars von Herrn Dr. Brann herausgegeben worden ist. Zur Teilnahme am Feste ergingen an die ehemaligen und gegenwärtigen Hörer des Seminars, sowie an Freunde und Gönner der Anstalt seitens des Kuratoriums der Fraenckel’schen Stiftungen und des Lehrerkollegiums Einladungen, denen viele von nah und fern in entgegenkommender und opferwilliger Weise Folge leisteten. Am Sonnabend, den 29. Oktober, fand in der reichlich geschmückten Seminar-Synagoge ein Festgottesdienst statt. Zur Thoravorlesung wurden namentlich die ältesten der aus dem Seminar hervorgegangenen Rabbiner aufgerufen. Darauf wurde eine Seelenfeier für den Stifter und dessen Anverwandte, für die verstorbenen Lehrer, Kuratoren und Jünger des Seminars abgehalten, die mit dem Gesang des 16. Psalms schloss. Es folgte hierauf in besonders feierlicher Weise das übliche Kaisergebet. Alsdann hielt Herr Dr. Horovitz folgende Festpredigt: ״ חסדי ד אזכיר תהלות ד׳ כעל כל אשר גמלנוDie Gnade Gottes will ich verkünden, den Ruhm" des Ewigen für all die Wohltaten, die er uns erwiesen hat (Jesaia 63, 7).“־ Meine Andächtigen! Mit dankerfülltem Herzen blicken wir heute auf den Tag zurück, an dem vor fünfzig Jahren diese Anstalt zur Pflege der Wissenschaft des Judentums, zur Heranbildung von Rabbinern und Lehrern ins Leben gerufen wurde.