Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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3 Unter solchen Umständen hat das Lehrer-Collegium sich nicht entschliessen können, die Abhandlung mit dem vollen Preise zu krönen. Nichtsdestoweniger aber hat es dem Verfasser in Rücksicht auf den grossen Fleiss, mit dem er den reichen gelehrten Apparat zusammengetragen hat, und auf die Gründlichkeit und Geschicklichkeit, mit der er ihn in den meisten Fällen benutzt hat, und in Anerkennung der sonstigen erwähnten werthvollen Seiten der Arbeit, den halben Preis zuerkannt. Die Eröffnung des mit dem angeführten Motto versehenen Umschlages ergab, dass Herr cand. phil. K. Thieberger Verfasser der eingelieferten Arbeit war. Die Preisaufgabe für das abgelaufene Jahr lautet: ״Die Bedingung nach talmudischem und rabbinischem Recht/ Eine Bearbeitung des Gegenstandes ist nicht eingegangen. Das Seminar zählt (einschliesslich der bereits amtierenden, aber noch nicht als Rabbiner entlassenen) 35 Hörer. Neu eingetreten sind im vergangenen Jahre: Robert Kaelter aus Breslau, Hirsch Feuering aus Zborow (Galizien) und Ismar Freund aus Breslau. Von den Zöglingen des Seminars sind im verflossenen Jahre folgende in Aemter berufen worden: Dr. D. Sander zum Religionslehrer und stellvertretenden Rabbiner in Karlsruhe (Baden); Dr. M. Grunwald zum Prediger und Leiter einer Religionsschule in der Dammthor-Synagoge zu Hamburg; Dr. S. Posber provisorisch zum Rabbiner in Danzig; L. Fränckel zum Landrabbiner von Meiningen; Dr. J. Cohn, bisher Rabbiner in Burg, kundstadt (Bayern), zum Rabbiner in Eschwege. Ausserdem ist zur Geschichte des Seminars vom abgelaufenen Studienjahre zu berichten: Am 4. März beging das Seminar die Gedächtnissfeier für den verewigten Director Dr. Z Frankel. Die Gedächtnissrede hielt Dr. D. Sander. Am 26. April, dem letzten Tage des Pesach-Festes, wurde in der dem Seelengedächtniss vorangehenden Predigt das Andenken des verewigten Directors Dr. Lazarus gefeiert. Die Predigt hielt Dr. M. Grunwald. Am 30. Mai, dem 2. Tage des Schabuoth-Festes, schloss sich dem üblichen Seelengedächtniss eine Gedenkfeier für den verewigten Dr. Rosin an. Die Rede hielt Dr. M. Doctor. Am 28. September, am Versöhnungstage, wurde vor dem üblichem Seelengedächtniss am Schlüsse der Predigt das An-