Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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überschritten, von dort weiter nach Brieg zogen, hier die beiden Strassen, die über Grottkau, Neisse, Jägerndorf und Troppau nach Wien und Venedig und über Landeshut nach Prag führten, aufnahmen und vereinigt über Ohlau den Weg bis Breslau vollendeten. Nach Westen gingen von hier aus zwei Strassen, von denen die eine Waaren über Liegnitz. Haynau, Bunzlau, Naumburg a. Qu. und Görlitz nach Leipzig, die andere über Kanth, Striegau, Schweidnitz, Jauer, Goldberg, Löwenberg (Lahn), Lauban nach Magdeburg und Hamburg führte. Nach Nordwesten wandte sich die Strasse Neumarkt, Parchwitz. Lüben, Glogau, Polkwitz, Neustädtel, Beuthen a. O., Freistadt, Krossen, Frankfurt a. O. und Stettin und nach Norden die Strassen über Trebnitz, Militsch Orla (bei Krotoschin) durch Kujavien nach Thorn und seit dem 14. Jahrhundert über Oels und Kalisch nach Peisern und dem Nordosten. Es ist interessant zu sehen wie in fast allen diesen Städten, sowie in den Ortschaften an der Landstrasse, die von Rosenberg über Kreuzburg. (Pitschen), Namslau und Bernstadt nach Breslau ging, und an den Strassen, die über Strehlen, Münsterberg und Patschkau nach Mähren und über Reichenbach und Frankenstein einerseits in die Grafschaft Gl atz und andererseits über Braunau und Nachod nach Böhmen führten, Juden sich ansiedelten1) und mehr oder minder wohl organisirte Gemeinden bildeten. Von der Mitte des zwölften bis zur Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts Hessen sie sich in Breslau2), Lähn, Löwenberg3), vielleicht auch in Bunzlau4) (1190), in Beuthen a. O 5) (1227), Schweidnitz6) (1270), 0 Wo 11. wann sie zuerst sich angesiedelt haben ist aus den sparliehen NachrichterUdie wir besitzen, nicht zu erkennen. Die Jahreszahlen hinter den im Text aufgezählten Städten weisen nur auf die erste Erwähung in den Quellen und Hlilfsmitteln hin. Heber die Entstehung der Gemeinden sagen sie nichts sicheres aus. 2) In den hehr. Quellen linden sich folgende Variationen des Namens: ברי־סלא (Handschrift! Urk. v. 5. Nissan 5195, Stadtarch. Sign. V, 128), בדיסלאד (Jsserl. Pes. 203. 254. 261), ברעסל (RGA J. Weil 86. 116), בדעפלא (das. 35. Handschrift! Urk. v. 2. Siwan 5211, vg! Z. IX, 121 ff. Metzer, Memorbueh nach REJ IV, 28), ברעשלא (Mainzer Memorbueh REJ 1V, 26), פריסלאו (RGA Jsr. Bruna 264). 3) לעמבערק (RGA Jsr. Bruna 264). 4) Vg! oben S. 5, Anm. 1. 5) oben S. 8. 6) Hebr. p-H1D (RGA Jsr. Bruna 264. Jsser! Pes. 261), שדדידניץ (RGA J. Weil 76. Leket Joscher, cod. hebr. München 405, fol. 27a). — Br ann, Jahrb. für 1890, S. 7 11 Nr. 1. Anhang H, S. XIII, No. 22.