Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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. '-״> ..’ - m* Hai 0.«־.״£׳»? >.l: eine religionsphilosophisehe Weltbetrachtung, in zwanglosen Reimen ohne Versmass, eingekleidet in die Form einer beschaulichen Reise durch das Weltall unter der Führung des Engels Michael (Z. 701 verglichen mit Dan. 1Ö* 21; 12, 1 und Ibn Esra zu 2 Mos. 23, 20), der in der Gestalt eines weiaen und heiligen Mannes aus Jerusalem mit dem Namen Hai (חי) ben Mekiz (Z. 43) der redend eingeführten menschlichen Seele begegnet, und Gotteserkenntniss in nachdenklicher Pilgerschaft als seinen Beruf bezeichnet (Z. 45—54). Die lebensvolle und anschauliche, ebenso beredte wie poetisch schöne Darstellung enthalt die Abraham Ibn Esra auch sonst geläufigen Lehren und Ansichten im Gebiete der Psychologie Und Ethik, Theologie und Kosmologie. Zum Vorbilde diente ihm, wie Stein- Schneider (im Ditoan des Abraham Ibn Esra ed. Egers S. 177 ff) nachgewiesen hat, die prosaische Schrift Hai Ibn Jaktsän (האי אבן יל!טאן), welche Ibn Sina (Avicenna) in arabischer Sprache verfasst hatte und die bis jetzt nur handschriftlich vorhanden ist, wogegen eine hebräische Uebersetzung davon neuerdings in Verbindung mit der hebräischen Uebersetzung eines arabischen Commentars dazu, verfasst von Ibn Seila (ץ זילא)> durch Kaufmann mit einleitenden und begleitenden Bemerkungen in dem Sammelbande T על paip Bd. II, Berlin 1887 (unter den Schriften des Literatur Vereins Mekize nir damim ed. A. Berliner) heraus? gegeben worden ist (K). Ibn Esra benutzt jedoch, wie Steinschneider und Kaufmann bereits bemerken, dieses sein Vorbild mit grosser Freiheit und Originalität. Auch abgesehen von der eingreifenden poetischen Umgestaltung, ändert IE Vieles oder ordnet es anders, zufolge seiner abweichenden Ansichten, kürzt hier, erweitert dort, lässt Manches weg, fügt Anderes hinzu, — wie die begleitenden Anmerkungen im Besonderen andeuten werden. Den Wortlaut gebe ich nach wechselnder Auswahl aus Hdsehr. 1968 Neub. in Oxford (0), deren Lesarten A. Neubauer daselbst mir mitzutheilen so gütig war, und aus drei Druckwerken, welche im Wesentlichen mit derselben übereinstimmen, nämlich a) aus dem Anhänge zu Eiiah de Vidas דאשית חכמה" Const. תצר foi. 303 a ff (R) mit der Ueberschrift ספר ד,מוסר דרך חידד. חברו החכם רבינו שלטה תספרדי אבן גבירול דל ותבעל שפתי ישנים יחמו, למהר״א׳ן עורא דל, b) aus צל העולם S. 24 ff, Amst. תצג mit vielen Druckfehlern (Z), und c) aus B. Goldbergs חופש מטמונים, Berlin 1845, S. 44 ff (G), wo eine Handschrift Wolf , Heyden heims, die derselbe nach R vielfach berichtigt hat, benutzt worden ist. Diesen vier Vorlagen steht der vielfach verschiedene und grösstentheils correetere Wortlaut im Diwan ed. Egers, Berlin 1886, S. 139 ff (E) gegenüber, dem ich auch zumeist gefolgt bin. In den begleitenden Anmerkungen habe ich alle bedeut- , samen oder für den Charakter der Vorlagen bezeichnenden Lesarten angeführt. > Als Verfasser wurde Salomo Ibn G'ebirol in R offenbar nur deshalb irrthümlicher Weise angenommen, weil dessen bekanntes Gebet בתר מל*בות gleichfalls eine poetische Darstellung der Elementar- und Himmelsphären unter religiösem Gesichtspunkte giebt. Indessen ist die Verschiedenheit im Hai ben Meiste in allen Einzelheiten eine augenscheinliche, und IE. ist als Verf. jetzt nicht mehr in Frage zu stellen. Moses Erankfürt in seinem Vorworte zu unserer Dichtung (in צל העולם;' S. 23b) meint, der Titel ppb p חי bedeute: Der Leser, angeregt durch diese Schrift, soll wach sein im irdischen Leben, um im künftigen Leben die Ewigkeit seines Daseins zu erlangen. Allein nicht der Leser, sondern der weise Führer wird ppb חי בן genannt, um die als seinen Beruf bezeichnete rege Erforschung 4er Welt zum Zwecke der Gotteserkenntniss, auch in seinem Namen auszudrücken. iCakyg-i•4•- J 23