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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1890-01-01 · 1890 · page 43

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1890
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720991--09-2724181
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Angabe der Zeit, bis zu welcher man am Morgen das Sehema lesen darf .(זמן כלות רריאת שמע• של שחרית) Die Zeit, innerhalb welcher das Schema am Morgen gelesen werden muss, wird in der Mischna Berachot I, 2 bestimmt Die Angaben daselbst bestehen theils in der Berufung auf unmittelbare Sinneswahrnehmungen (in der Möglichkeit, gewisse Farben zu unterscheiden), theils in der Bezeichnung derZeitdauer nach Tagesstunden. In letzterer Hinsicht wird das Ende der dritten Tagesstunde oder der Ablauf des vierten Theils der Tageslänge, als Endtermin für die rechtzeitige Uebung der erwähnten religiösen Vorschrift bezeichnet. Die Dauer der Tagesstunden ist nun, je nach der Länge des Tages im Laufe eines Jahres, veränderlich. Was aber unter Tageslänge zu verstehen sei, und welches die Grenzen des Tages seien, darüber sind die massgebenden Autoritäten verschiedener Meinung. Nach der einen Ansicht dauert der Tag von dem Eintritte der bürgerlichen Morgendämmerung (עלות השחר) bis zur Zeit des Erscheinens von drei mittleren Sternen, dem Schlüsse der Abenddämmerung (צאת הכוכבים) (R. Israel Isserlein in seinem Werke 1 § תרומת הדשן). Nach der andern Meinung dauert er von * Sonnenaufgang (הנץ החמה) bis zum Sonnenuntergang (שקיעת החמה) (R. Mordechai Jafe in seinem Werke 233 § לבוש התכלת והחור, 261 und 267). Jeder der beiden Gelehrten bringt für seine Meinung zahlreiche Beweise und Belege aus dem Talmud und. den späteren Schriften herbei. Für die religiöse Praxis aber scheint es, da den Gründen jeglicher von beiden Aufstellungen eine gewisse Berechtigung zuzuerkennen ist, am gerathensten zu sein, dem Ausspruche des Abraham Pimentei in seinem Werke Minchat Cohen, S. 45 b, zuzustimmen und demnach bei Geboten, welche mosaischen Ursprungs (דאורייתא) sind, die strengere Meinung Isserleins anzunehmen, bei rabbinischen Anordnungen aber der Meinung Jafe’s zu folgen, wobei es im letzteren Falle gleichgültig ist, ob eine Erleichterung oder eine Erschwerung für die Praxis eintritt. Hierbei ist noch zu bemerken, dass, wie aus dem Talmud (Pesachim 94 a) ersichtlich ist, die Zeit von Sonnenuntergang (שקיעת החמה) bis zum Erscheinen von drei mittleren Sternen (צאת הככבים) der Zeit von der Morgendämmerung (עלות השחר) bis zum Sonnenaufgänge (הנץ החמה) gleich üblichen Zeitrechnung. Die Berechnung des Erscheinens von drei mittleren Sternen für «die Tage des Jahres während des nächsten Jahrhunderts kann erst nach der Herausgabe der Dodinationstabeilen für 1901 bis 2000 *erfolgen. ׳

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