Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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Tabelle, enthaltend die Angabe der Zeit, wann an allen Sabbathen, Fest* * und Fasttagen des Jahres drei Sterne mittlerer Grösse am Himmel siehtbar werden. In den Breslauer1) jüdischen Kalendern erscheint das in der Ueberschrift erwähnte Verzeichniss seit beiläufig sechszig Jahren, Der damalige Herausgeber hat es nicht für nöthig erachtet zu berichten, aus welcher Quelle seine Angaben hergenommen seien, und ״alle Welt hat bisher, so weit bekannt, die Aufstellungen des Kalendermachers in unbeschreiblicher Sorglosigkeit auf Treu und ~ Glauben hingenommen, ohne zu bedenken* welche weittragende Wichtigkeit diese Zeitbestimmung, bei der es sich um die Beobachtung biblischer Vorschriften (דאורייתא) handelt, für das jüdische Ritualgesetz hat, und welche Summe von astronomischen Vorkenntnissen erforderlich ist, um die fraglichen Zeitpunkte richtig zu bestimmen. Die einzige Controle, die jederzeit tür nothwendig gehalten wurde, bestand darin, dass der Ortsrabbiner, welcher sich für befugt und berufen zur rituellen Aufsicht auch über das Kalenderwesen hielt, dem jeweiligen Herausgeber bescheinigte, dass er zu seiner Sachkunde das Vertrauen habe, er werde etwas Brauchbares zu Stande bringen. Ob aber, unbeschadet derartiger Zu- Stimmungserklärungen, der Verfasser und Herausgeber das zur Anfertigung der erwähnten Verzeichnisse unentbehrliche Wissen ~ wirklich besessen, bleibt eine Frage, welche immerhin einer wissenschaftlichen Untersuchung würdig und bedürftig ist. Als ich im Jahre 1881 der Prüfung des vorliegenden Gegen- Standes näher trat, fand ich, dass die ersten jüdischen Kalender für Schlesien und die Na chbarländer in Dyhernfurt, und zwar schon seit mindestens 1711/12 gedruckt wurden (vgl. Neuer Büchersaal XIV, S. 107 ff.), und dass in dem im Jahre 1809/10 in Dyhernfurt erschienenen Kalender zum ersten Male auf dem Titelblatte angedeutet ist, dass Meier Kornick in Glogau ein handschriftliches Werk über die jüdische Chronologie verfasst habe, nach welehern der vorliegende Kalender angefertigt sei. Im Jahre 1813/14 nannte sich dann auf dem Titelblatt Meier Kornick ausdrücklieh als Verfasser des Kalenders2). Von 1814/15 ab erschien ¬ג) Meine Untersuchung musste sich auf diese beschränken, weil sie die einzigen sind, von denen mir eine seit etwa 1750 zusammenhängende Serie vorliegt. . 2) Nachträglich wurde ich auf שר״ ת חתם סופד (ed. Wien 1864, fol, Bd. VI. No. 35) aufmerksam gemacht, woselbst Meier Kornick persönlich bezeugt, dass er um jene Zmt die in Berlin und Breslau alljährlich erscheinenden Kalender verfasst hä13ef_ *ßjjp Antwort des $1. M. Sofer {daselbst), ist datirt von; SQnn&g,. den 1£82־**/:^ V: '< /■' V. ,-e.i