Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1885
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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wiederholentHch Zeugen Ihrer unermüdlichen und aufopfernden Anstrengungen zur Rettung der Verfolgten, zur Erleicliterung der Bedrückten, zur Befreiung der Gefesselten, zur Aufrichtung der Gebeugten unter Ihren Glaubensbrüdern. Es war Ihnen vergönnt, hochverehrter Herr Baronet, vor den Mächtigen der Erde, vor Kaisern und Königen mit reichem Erfolge das Wort zu nehmen Und zu führen für die imschuldig Leidenden und Gekränkten. Darum wird Ihr Name gerühmt und gesegnet, soweit auf Erden der jüdische Stamm verbreitet ist; darum verehren wir in Ihnen das Muster und Beispiel einer glänzenden Vereinigung unangetasteter Frömmigkeit mit strengster Gerechtigkeit und mildester Menschenliebe. Wenn irgendwo, so trifft bei Ihnen der Ausspruch des biblischen Weisen zu: ״Ein Kranz voller Pracht ist das greise Haupt; auf dem Wege der Gerechtigkeit wird es gefunden“ (Spr. 16, 31). Heil Ihnen, der Sie mit froher Befriedigung auf ein edles langes Leben zurückblicken können! Heil auch uns und unseren Zeitgenossen, dass uns die Freude vergönnt ist, die Gnade Gottes sichtbar an einem Manne walten zu sehen, der in hohem Maasse dieselbe verdient und den wir Alle mit so vollem Rechte und so von ganzem Herzen verehren und lieben! Möge Gottes gnädige Hand auch ferner Ihr theures Haupt schützen! Möge er Jahre fügen zu Ihren Jahren und Ihnen noch ferner die Gesundheit des Körpers und die Frische des Geistes erhalten! Möge auch in den kommenden recht zahlreichen Jahren Ihres Lebens, hochverehrter Sir Moses, sich das Wort erfüllen, welches die heilige Schrift von Moses, unserem grossen Lehrer und Propheten, ausspricht * ,,Sein Auge ward nicht dunkel und seine Lebensfrische entwich nicht“ (5. Mos, 34* 7)! Gott sei mit Ihnen, segne und behüte Sie jetzt und immerdar! Das Lehrer-Collegium des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau. (Folgen die Unterschriften.) Es wurde ferner am Vorabende des genannten Tages in der Seminarsynagoge Gebet und Segen für den verehrten Jubelgreis gesprochen. Am 26. October wurde ein telegraphischer Glückwunsch des Lehrer-Collegiums an den Königlich Württembergischen Israelitischen Kirchenrath, Oberrabbiner Dr. Wassermann in Stuttgart, zu dessen kurz vorher (18. October) begangenen fünfzigjährigen Amtsjubiläum gesandt. Am 20. November feierte eine grosse Anzahl hiesiger Freunde und auswärtiger, im Amte befindlicher Schüler die vierzigjährige Amtsdauer des Obercantors der hiesigen jüdischen Gemeinde, Moritz Deutsch. Das Seminar, dem derselbe bis vor Kurzem als Lehrer derjenigen Kunst angehörte, die er in so hervorragender Weise selbst ausübt, verdankt ihm die Einführung des gottes- '? dienstlichen Gesanges in der Seminarsynagoge. Das Lehrer- Collegium bekundete seine Theilnahme und seinen Dank für die Verdienste des gewesenen Amtsgenossen durch die Absendung zweier Mitglieder, welche dem Gefeierten die Glückwünsche der Anstalt mündlich überbrachten.