Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1885
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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kündigt. Die Aufgabe hattegelautet: ״Stellung und Bedeutung des Jehudah Chajug' in der Geschichte der hebräische Grammatik.“ Eine Bearbeitung war eingegangen mit dem hebräischen Satze als Merkzeichen: •מי יהודה שהקפידועל לשעם נתקיימה תודתם בידם בגי נליל שלא הקפידו על לשונם לא נתקיימה תורתם בידם (Erubin 53a)* Bie eingegangene Arbeit gab nach einem historischen Rückblicke auf die vorangegangenen Leistungen des Saadjah, des Ihn Koreisch und Menachem Ibn Saruk eine ausführliche Darstellung der grammatischen Entdeckungen und Lehren des Jehudah Chajug'• Wiewohl nun in der Betrachtung der Vorgänger Manches zu ausführlich erörtert worden war, was zur Sache nicht nothwendig gehörte, und die Angaben über deren grammatischen Standpunkt zum Theil aus späteren Hülfsmitteln geschöpft waren, bei Menachem ferner zwar die grammatische Einleitung vollständig, dagegen die in den Worterklärungen zerstreuten grammatischen Regeln zu wenig benutzt waren, Dunasch Ibn Labrat aber hinsichtlich des Fortschrittes, den seine Schriften im Verhältnisse zu Mena ehern darstellen, nicht genügend gewürdigt worden war: so war dessenungeachtet die Aufgabe im Wesentlichen befriedigend gelöst worden, und war der eingegangenen Arbeit in gebührender Anerkennung des auf sie gewendeten Fleisses, der Reife des Urtheils und der Vertrautheit mit der hebräischen Formenlehre, welche der Verfasser bekundet hatte, der Preis einstimmig zuerkannt worden. — Die Eröffnung des mit dem angeführten Spruche versehenen Umschlages zeigte, dass Cand. phil. Bernhard Drachmann aus Jersey City in Nordamerika Verfasser der preisgekrönten Schrift war. Die Preisaufgabe für das eben abgelaufene Jahr lautete: ״Die Stellung der Sklaven bei den Juden in rechtlicher und gesellschaftlicher Beziehung nach talmudischen Quellen.4‘ — Es ist eine Bearbeitung des Gegenstandes eingelaufen. Das Ergebniss der Bewerbung soll am 27. Januar öffentlich verkündigt werden. Am 5. März beging das Seminar die Gedächtnissfeier für den verewigten Director Dr. Z. Frankel. Die Festrede wurde von Dr. Kronberg gehalten. Am 22. März wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers in der Seminar-Synagoge im Anschlüsse an den Morgengottesdienst gefeiert. Am 17. April, dem letzten Tage des Pessachfestes, schloss sich dem üblichen Seelengedächtnisse (הוברת נשמות) eine Gedenkfeier für den verewigten Director Dr. L. Lazarus an. Am 10. August wurde in Berlin dem allverehrten Begründer der modernen jüdischen Wissenschaft, Dr. Leopold Zunz, zur