Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1884
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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JAHRESBERICHT. Das jüdisch-theologische Seminar begeht die neun und zwanzigste an das Andenken des seligen Commerzienrath Jonas Fränckel anknüpfende Gedächtnissfeier. In dem abgelaufenen Studienjahre ist zunächst die am 1. April durch das Curatorium erfolgte feierliche Einführung des Seminar ־ Rabbiners Herrn Dr. Israel Lewy aus Berlin in sein Amt in Gegenwart des Lehrer• Collegiums und der Studirenden am Seminar zu verzeichnen. Herr Curator Stadtrath Dr. Marek richtete eine Ansprache an den Herrn Seminar-Rabbiner, machte auf die Pflichten des zu übernehmenden Amtes aufmerksam und führte die Erwartungen an, die man von dem Unterrichte erhoffe. Herr Seminar-Rabbiner erwiderte etwa Folgendes: Vierzehn Jahre sind verflossen, seitdem ich das letzte Mal in diesen Räumen öffentlich sprach. Damals sollte ich mich in Gegenwart meiner geehrten Lehrer von meinen Collegen, den Zöglingen dieser Anstalt, gleichsam verabschieden, heute soll ich in meinen Lehrern von damals theure Collegen, die Zöglinge dieser Pflanz- Stätte als meine künftigen Hörer begiüssen. Eingedenk des Spruches der Mischna: ״Es sei die Ehre deines Schülers dir so werth, wie die deinige, oder riehtiger, wie die deines Genossen, und die Ehrerbietung gegen deinen Genossen gleiche der Ehrfurcht vor deinem Lehrer‘1, hoffe ich meinen geschätzten Collegen gegenüber die Achtung, die ich meinen Lehrern schulde, nicht ausser Acht zu lassen, und als Zögling dieser Anstalt mit den Hörem derselben collegialisch und freundschaftlich zu verkehren. Vielleicht sollte ich bei dieser Betrachtung, dass ich als Schüler diese Anstalt verliess, und nunmehr als Lehrer an dieselbe berufen bin, mit einem gewissen Hochgefühl dieselbe betreten; anstatt dessen mu§s mich jedoch tiefe Wehmuth beschleichen. Ich befinde mich in dem Saale, den ich seit dem Tage der Bestattung meines hochverehrten seligen Lehrers, רבינו זבריד, פדאנקעל ז״ל, zum ersten Male