Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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30 Baltin!setzte man das Hin- und Her-, Auf- und Abschweriken der Fackeln so lange fort, bis die ganze Gola wie Eine Feuerflamme war. Die letztere Notiz wird dahin erklärt1), dass die jüdischen Bewohner Babyloniens, sobald sie die Bergfeuer sahen» brennende Fackeln auf ihre Hausdächer brachten. Die Gemara2) erwähnt noch die Stationen הרים וכייר וגלל וחברותיה wo Bergfeuer angezündet wurden 3). Ferner wird daselbst berichtet, dass die Bergfeuer nur für einen mangelhaften Monat angezündet wurden. Will sagen : wenn die Mondsichel am 29. des Monats bald nach Sonnenuntergang gesehen, die Zeugenaussagen vom Gerichtshöfe für richtig befunden und die Heiligung des neuen Monats für den 30. Tag ausgesprochen war, so wurden die Bergfeuer am Vorabend des 31. Tages angezündet, wodurch die Auswärtigen erfuhren, dass der 30. der erste des neuen Monats sei und der verflossene Monat ein mangelhafter von 29 Tagen gewesen sei. Hatte jedoch der Gerichtshof den verflossenen Monat für einen vollzähligen von 30 Tagen erklärt, so fielen die Bergfeuer aus, woran die Auswärtigen erkannten, dass der verflossene Monat ein vollzähliger von 30 Tagen gewesen, und der 31. Tag der erste des neuen Monats sei. Eine kurze Discussion zur Stelle darüber, ob man nicht in anderer Weise verfahren könnte, rechtfertigt schliesslich diese Einrichtung. Für die Gemeinden der Diaspora unterblieben die Bergfeuer, vielleicht, weil Bergstationen, in deren Nähe jüdische Ansiedlungen sich befanden, nicht in hinreichender Anzahl vorhanden waren. Die entfernter Wohnenden blieben daher über die Festtage im Zweifel und mussten aus diesem Grunde immer Doppelfeiertage halten. Statt der Bergfeuer als Mittel zur Verkündigung des Monatsanfanges für die auswärtigen Gemeinden wurde nach dem störenden Eingreifen der Samaritaner die Botensendung, wie oben angegeben, eingeführt. Hierüber berichtet die Mischna4): Um sechs Monate willen wurden Boten abgesandt; im Monat Nissan wegen des Fessachfestes, im Monat Ab wegen des Fasttages, im Monat Elul wegen des Neujahrs, im Monat Tischri wegen der!) Rösch haschana 23 b. 2) Rosch haschana 23 b. 3) Der jerus. Talmud Roscli haschaua II, 2 undSchebiit, IX, 2 hat die Leseart ״ בהרי טכווד וגדורdie Berge von Machärus und Gadara.“ Ueber die Bergstationen vergl. Neubauer, la geographie de Talmud pag. 42. 4} Rosch haschana I. 3.