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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 5

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720949--04-2723621
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Der mathematische Theil der Zeitrechnung, auf welchem die Bestimmung der zur Zeitmessung dienenden Einheiten beruht, hat zunächst die continuirliche Grösse der Zeit als eine discontinuirliehe aufzufassen. Denn diese Anschauung ist die Grundlage, auf welcher kleinere oder grössere Theile der Zeit als Einheiten verschieden er Ordnungen betrachtet werden können. Die Bestimmung solcher Einheiten ist keine willkürliche, sondern gewissermassen eine von der Natur selbst gegebene. Sie beruht nämlich auf der durch die Mathematik und Astronomie zu erlangenden Kenntniss derjenigen Naturerscheinungen, welche derartige Einheiten darbieten. Von dem mehr oder minder eingehenden Erkennen der genannten Wissenschaften hängt die verschiedene Genauigkeit der Lösung dieser Aufgabe ab, weil die Auffassung der Zeit als Jahr, Monat, Tag u. s. w. eine Function der Bewegungsdauer der Erde um die Sonne, resp. des Mondes um die Erde, resp. der Erde um ihre Axe ist, und ein Fortschritt in diesen Wissenschäften eine grössere Genauigkeit unserer Kunde von diesen Bewegungsverhältnissen zur Folge hat1). Während bei anderen Nationen die fortschreitende Culturentwickelung häufig die einzig treibende Kraft zur Vervollkommnung in den genannten Wissenszweigen war, tritt bei den Israeliten das religiöse Moment am schärfsten in den Vordergrund. Denn durch den Umstand, dass die in der heiligen Schrift gebotenen Feiertage an bestimmte Jahreszeiten, theilweise auch an 1ן Im Sinne der Anschauung, welche in dem Zeiträume herrschte, für den die altjüdische Zeitrechnung galt, muss es heissen eine Function der Bewegungsdauer der Sonne um die Erde, resp. des Mondes um die Erde, resp. des Himmelsgewölbes um die Erde ist. 1

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