Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 120)
- Language
- German
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Unter allen den grossartigen Stiftungen, die den Namen des verewigten Commerzienrath Jonas Fraenckel tragen und ihm Unsterblichkeit sichern, giebt es keine, die auch ausserhalb Breslaus, ja fast in allen jüdischen Gemeinden so lebhaftes Interesse erweckt, als das jüdisch-theologische Seminar. Diese vor länger als einem Vierteljahrhundert gegründete Lehrstätte, hat noch immer ihre Anziehungskraft auf Gemeinden und Talmudjünger nicht verloren. Der vorjährige Jahresbericht hat hervorgehoben, dass das fünfundzwanzigste Jahr dem Institute neben Schmerzlichem auch Erfreuliches gebracht. Das Schmerzliche bestand in dem Heimgänge des seligen Direktors Dr. Lazarus, des Nachfolgers Frankel’s im Lehramte, Frankel’s, der dem jüdisch-theologischen Seminar sein Gepräge aufgedrückt und für alle nachfolgenden Zeiten die Richtung gegeben hat. Wie schwer es ist, als Nachfolger eines solchen Mannes sich noch irgendwie bemerkbar zu machen, braucht wohl kaum gesagt zu werden. Und doch ist es dem verewigten Lazarus gelungen, sich die allgemeinste Liebe und Anhänglichkeit zu erwerben; aber leider war nach Gottes unerforschlichem Rathschlusse die Dauer seiner Wirksamkeit nur eine kurze, und hat die allgemeine Theilnahme, die sich bei seinem Hintritte gezeigt, die Grösse dieses Verlustes bekundet. Das Erfreuliche bestand darin, dass das Seminar ein volles Vierteljahrhundert ehrenvoll zurückgelegt hatte und mit ihm seine beiden ältesten Lehrer, Männer der Wissenschaft in eminentem Sinne, Herr Prof. Dr. Graetz und Herr Dr. Zuckermann. Die ausserordentlichen Beweise der Theilnahme von Nah und Fern machten dieses Ereigniss zu einem hochbedeutenden. In dem jetzt abgelaufenen sechsundzwanzigsten Jahre ist, dem Himmel sei Dank, nichts Unangenehmes zu verzeichnen. Das