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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--009-2723494
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7 geforscht und gefragt, und siehe, es ist wahr, die Sache ist richtig, es ist diese Greuelthat geschehen in deiner Mitte»1). Wir können also die Darstellung des Josephus nur seiner Unkenntniss des mosaisch-traditionellen Rechtes oder seinem Bestreben, es seinen nichtjüdischen Lesern mundgerecht zu machen, zu Gute halten2). Allein jedenfalls geht aus allem Dem hervor, dass man in alter Zeit mit dem Worte כשוף Begriffe von Gemeinschädlichem verschiedener Art verband. Daher dürfen wir uns nicht wundern, wenn das mosaische Gesetz, selbst von allem Mysticismus sich frei haltend, die höchsten Strafen auf das Unwesen des כשוף setzte. Man sieht also, dass es durchaus nicht gleichgültig ist, wie wir diese und ähnliche im Gottesworte vorkommenden Stellen auffassen, ja dass diese Auffassung unter gewissen Voraussetzungen sogar praktische Folgen haben kann. Sehen wir uns nun nach denjenigen Stellen um, aus denen man entnehmen zu können meint, dass der Glaube an Zauberei und was damit zusammenhängt, im Pentateuche doch nicht ganz abgewiesen wird. So heisse es z. B. 1. B. Mos. 31, 20: «Und Rachel stahl die Teraphim ihres Vaters.» Freilich erklärt Raschi im Namen des Midrasch, sie hätte das in der Absicht gethan, ihren Vater dem Götzendienste abwendig zu machen. Doch Ibn-Esra, R. Samuel ben Meir, Nachmanides u. A. geben sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden und meinen, Rachel habe gefürchtet, ihr Vater würde sich vermittelst der Teraphim Auskunft über die Richtung ihrer Flucht verschaffen. Doch, was 1j Nach der Tradition gehörte zu allen Strafen, also auch zur Todesstrafe, noch das Requisit der der That vorangegangenen Verwarnung (התראה). Doch ist zu bemerken, dass beim Morde ausnahmsweise, auch ohne vorangegangene Verwarnung, wenn auch keine direkte Todesstrafe, doch eine meist den Tod herbeiführende verschärfte Gefängnissstrafe verhängt wurde: S. Maimonides Jad hachasaka Hilchot Rozeach Cap. 4, 8—9). 2־) Möglich aber auch, dass Josephus trotz dieser klaren Bestimmungen annahm, dass beim Verbrechen des ׳כשוף wegen seiner Gemeingefährlichkeit, ausnahmsweise auch die Absicht bestraft wurde, nach Analogie der עדי□?וממיס, wo es ebenfalls heisst ועשיתם לו כאשר זמם לעשות לאחיו «So sollt ihr ihm thun, wie er trachtete seinem Bruder zu thun.» Wenn erst festgestellt wäre — was aber keineswegs der Fall ist — dass כשוף lediglich Giftmischerei ist, so hat ja Josephus allerdings in dem Gesetze selbst einen Stützpunkt für seine Ansicht; denn sollte hier nur die vollbrachte That des Mordes gemeint sein, so bedurfte es ja gar keines besonderen Gesetzes.

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