Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 166)
- Language
- German
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VI zu überreichen, an Professor Graetz, neben einer geschmackvoll ausgestatteten Adresse, ein Kunstwerk, welches die Klio darstellt, und an Dr. Zuckermann, neben einer ebensolchen Adresse, ein kostbares Andenken, welches die Astronomie symbolisirt. Die gegenwärtig in der Anstalt weilenden Zuhörer Hessen es sich nicht nehmen, ihre Liebe und Anhänglichkeit an ihre Lehrer durch Ueberreichung einer prachtvollen Adresse und eines kostbaren Albums mit ihren Photographieen und denen der früheren Jünger zu bekunden. Ein grosser Kreis von Freunden des Professor Graetz überreichte demselben bei dieser Gelegenheit mit einer kunstvoll ausgeführten Adresse ein Kapital für Gründung einer Stiftung, welche seinen Namen tragen und deren Zweck die Förderung der jüdisch-wissenschaftlichen Studien für ewige Zeiten sein soll. — In Folge der Berufung des Herrn Dr. Freudenthal als Professor an die hiesige Universität und des Ablebens des Direktors Dr. Lazarus sind Veränderungen in dem Lehrer - Personal eingetreten. Da Professor Dr. Freudenthal in Folge seiner akademischen Lehrthätigkeit den Gymnasial - Unterricht nicht mehr ertheilen kann, so übertrug ihn das Curatorium Herrn Dr. phil. Leopold Cohn. Die talmudisch-rabbinischen Lehrgegenstände, welche der verewigte Direktor Dr. Lazarus vertrat, wurden bis Ende des abgelaufenen Jahres Herrn S. H. Kirschner anvertraut. Das Curatorium nahm ferner von der Berufung eines Direktors vorläufig Abstand und wählte für die eigentlich theologischen (rabbinischen) Lehrfächer Herrn Rabbiner Dr. David Joel aus Krotoschin mit dem Titel «Seminar - Rabbiner». Die Direktorialfunktionen sind bis auf Weiteres auf den Gesammt-Lehrkörper übergegangen, und für den Vorsitz im Collegium, sowie für die Ausführung der Collegial-Beschlüsse ist ein jährliches Alternat zwischen dem ältesten Lehrer des Seminars, Professor Dr. Graetz, und dem berufenen Seminar-Rabbiner Dr. Joel eingeführt worden. Das immer mehr zunehmende Vertrauen der Gemeinden zu dem Geiste und den Leistungen des Seminars bekundete sich auch im abgelaufenen Jahre durch Berufung seiner Jünger zu Rabbinatsämtern. Dr. Gordon wurde von der grössten russischen Gemeinde, in Wilna, gewählt und von den russischen Regierungs-