Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 164)
- Language
- German
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IV die zweckdienlichen Mittel erkannt, um dieses Ziel zu erreichen. Der immer mehr anwachsende Kreis ihrer Jünger, welche ihr mit pietätsvoller Liebe anhangen und diese in jüngster Zeit auf eine rührende Weise bethätigt haben, dient wesentlich dazu, die grosse Mission des Seminars erfüllen zu helfen. Das eben abgelaufene fünfundzwanzigste Jahr hat dem Institute neben erfreulichem Gewinn auch schmerzlichen Verlust gebracht, und beide, Gewinn wie Verlust, haben die erhöhte Theilnähme grösserer Kreise an demselben nur noch mehr bekundet. Der zweite Leiter der Anstalt, Herr Dr. Leser Lazarus, ist im April des verwichenen Jahres ihr im besten Mannesalter entrissen worden. Dieser Verlust, welchen noch heute Collegen und Jünger herb empfinden, erregte in vielen Kreisen aufrichtige Theilnahme. Jünger und Freunde des Seminars und auch Gemeindevertreter gaben ihrer Theilnahme durch persönliche Betheiligung an den letzten Ehren des Verewigten oder durch Beileidsschreiben an das Lehrer-Collegium, an das Curatorium oder an die trauernde Wittwe vollen Ausdruck. Durch tiefe Erfassung seiner Lehr-Gegenstände, durch die Klarheit seines Geistes und besonders durch seine ausserordentliche Lehrbegabung, verbunden mit gewinnender Milde, hat der verewigte Dr. Lazarus seine Zuhörer gefesselt und zum Selbstdenken angeregt. Das Andenken des Verewigten wird im Kreise des Seminars unvergessen bleiben. Das. glückliche Ereigniss des abgelaufenen Jahres war der Tag, welcher an die Anfänge des Seminars erinnerte (io. August). Ohne officielle Feier des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums, welche durch die ungünstige Jahreszeit verhindert war, wurden ihm bei dieser Gelegenheit so zahlreiche Kundgebungen der Sympathie von Gemeinden, Corporationen, Rabbinen und Privaten zu Theil, dass sie den augenscheinlichen Beweis lieferten, welche tiefe Wurzeln es in den Gemüthern der Zeitgenossen geschlagen hat. Diese Kundgebungen äusserten sich in Deputationen, Adressen, Telegrammen und anderweitigen Zuschriften theils an den Lehrkörper und theils an die zwei ältesten Lehrer des Seminars, Professor Graetz und Dr. Zuckermann. Von Gemeindevertretern wurden Adressen gerichtet aus folgenden Gemeinden: Bielitz, Cleve, Crefeld, Culm, Danzig, Drohobycz (Galizien), Emden, Hamburg, Jaroslaw (Galizien), Karlsruhe, Kubin (Ungarn), Lissa, Lundenburg, Zürich. Ferner gingen Adressen ein von der Alliance Israölite universelle inParis, von der Israelitischen