Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1880-01-01 · 1880 · page 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1880
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 129)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2720904-2720953--128-2723439
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

125 versehen. Diesem Sachverhältnisse entspricht auch die Stellung־ R. Samuel’s zu dieser Seite der Bibelforschung־. Er beschränkte sich auf die gelegentliche Mittheilung von Gedanken, welche er in Anlass einer zufälligen äusseren oder inneren Anregung gefunden, und stellte dieselbe seinen Lesern behufs eigner Beachtung oder zum Gebrauche im Verkehr mit Andersglaubenden zu beliebiger Verfügung1). Eine innere Nothwendigkeit, ein unabweisliches Bedürfniss hat weder ihn selbst beherrscht und geleitet, noch setzt er ein solches im Kreise seiner Landsleute, für die er schreibt, voraus. B. Weltliches Wissen. Welchen Grad und welches Mass weltlicher Wissens chaft wir bei RSBM anzunehmen haben, kann aus seinen durchaus theologischen Schriften unmöglich mit Sicherheit erkannt werden. Die Stärke und Bedeutung des Mannes lag zunächst im talmudischen Fache, worin er in hohem Ansehen in Deutschland und Nordfrankreich stand, dann in seiner Kenntniss der heiligen Schrift und der hebräischen Sprache. Vermuthlich fehlte es dem frühzeitig als Gesetzeslehrer wirkenden R. Samuel an Müsse und Gelegenheit zu einem eingehenden Studium irgend einer anderen Wissenschaft. Indessen darf ihm nach den vorliegenden Anzeichen das in seinem Kreise und bei seinen Fachgenossen gewöhnliche Mass weltlicher Bildung und weltlicher Kenntnisse nicht abgesprochen werden. Mit seiner Muttersprache, dem Altfranzösischen, war er, wie sein Grossvater, bestens vertraut und machte von derselben, wie wir gesehen haben2), reichlich Gebrauch zur Vermittelung des Verständnisses für die h. Schrift bei seinen Landsleuten. Aber auch des Lateinischen war er nach den angegebenen Proben3) so weit mächtig, um die Vtdgata selbständig zu lesen und zu beurtheilen. Von seinem offenen Blicke für das Leben um ihn her haben wir im Anfänge bereits andeutend gesprochen4). Hier können wir Einiges zu näherer Erläuterung nachweisen. RSBM spricht in seinem Pent.-Comm. von der Aehnlichkeit des weit. lichenLebens, wonach biblische Verhältnisse aufzufassen seien5), J) zu 3. Mos. 11, 34 מי ש ר וצד. לתת טעם במצות לפי דרך ארץ ולתשובת המעין¬ 2) 0b. s. 91 ff. ף s. 61 a. 2. ף s. 8. 5) לפי דר! ארץ: zu 1. Mos. 343;25 י• Mos. 11, 34• — Hiernach heisst zu 1. Mos. 41, 38 חכמת דרך ארץ Staatswissenschaft, Politik.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.