Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1879
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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8 allerdings theils bestätigt, theilweise aber aucli als überflüssiger Gelebrtenballast befunden worden. Indessen darf man sich nicht verhehlen, dass so schätzenswerth auch der numismatische Fund ist, er doch nur wenig zur Reconstruktion einer Geschichte Mesene’s beiträgt. Er giebt eigentlich nur eine trockene Nomenclatur von etwa zwölf Königen mit meist nur annähernder Zeitbestimmung. Wir wissen dadurch allenfalls, dass Mesene ein Königreich war, dass dessen Könige sich für ihre Münzen der griechischen Sprache und der seleucidischen Aera bedient haben. Der früher streitige Punkt, zu welcher Zeit Mesene ein selbstständiges Königreich geworden ist, kann dadurch als erledigt gelten. Aber das Ende dieses Kleinstaates ist dadurch noch nicht genügend erkannt. Der letzte König, welcher auf Münzen genannt wird, reicht nur bis zum christlichen Jahr 166. Welcher Race die mesenische Bevölkerung angehört, und welcher Sprache sie sich bedient hat, ist nach den bisherigen Untersuchungen noch immer zweifelhaft. Das historische Material, welches die vorhandenen Münzen ergeben, ist auch noch nicht genügend verwerthet worden. Nun enthält die talmudisehe Literatur manche werthvolle, wenn auch nur gelegentliche Notizen über Mesene und zwar von Autopten, von solchen, die entweder im Lande gelebt oder in der Nachbarschaft mit den Bewohnern verkehrt haben. Diese Quelle ist bisher noch gar nicht für die Geschichte dieses Landes herangezogen worden. Es wird sich zeigen, dass sie nicht wenig zur Aufhellung dunkler Punkte beiträgt. Namentlich ergiebt sie, dass die Geschichte Mesenes auch eine jüdische Seite hat. Das Land beherbergte nämlich eine nicht unbeträchtliche jüdische Bevölkerung. Es dürfte daher nicht überflüssig sein, diese zerstreuten Notizen zusammenstellen, sie zu beleuchten und in Zusammenhang mit den bisher gewonnenen Resultaten zu bringen. So Manches, was bisher noch gar nicht in Betracht gezogen wurde, kann dadurch erschlossen und in