Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 156)
- Language
- German
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11 diesem Ami-angegangen, erzählen durch die Thatsachen klarer und leuchtender seine Verdienste, als glänzende Worte es vermöchten; aus jenen Berichten und nicht aus diesem soll und wird der künftige Forscher der Geschichte unserer Anstalt das Bild des unvergesslichen Mannes schöpfen. So weit wir den Geist der Zeit und die innere Geschichte jener Tage erkennen, dürfen wir mit Zuversicht in die schon von verschiedenev Seite ausgesprochene Behauptung ׳einstimmen: Frankel war ein providentieller Mann für die Schöpfung dieser Anstalt. Mitten in einer fluthenden, vielfach ihrer selbst unbewussten Bewegung des öffentlichen Geistes, welche das ideale Erbgut unseres Volkes erhalten und doch zugleich in neue Bahnen des Wissens einlenken sollte, ist diese Schöpfung im Sinne des edlen Stifters ins Lehen getreten. Sie fand in Frankel, wessen sic am meisten bedurfte. Eine ausgebreitete und gründliche, eine weit und tief geschichtete Gelehrsamkeit, welche den Freunden Bewunderung, aber auch dem Gegner Verehrung einfiösste; eine sittliche Hoheit und Reinheit, welche alles Niedere, aber auch alles Kleine und Kleinliche eben so aus Anderen verbannte, wie es ihr selbst fern lag; eine innige, alle Fasern des Herzens durchdringende, zum Höchsten sich erhebende Religiosität, wie sie urbildlich in den erhabenen Vorfahren gelebt hat, und welche noch in lebendiger Gegenwart zu schauen ein Glück der Zeitgenossen war; und solcher Religiosität entströmte ein Eifer für alles Hohe und Gute, der keine Schranken und keine Rücksicht kannte — keine Schranken als die einer aus derselben Religiosität fliessenden Liebe zum Frieden. Es ist, wie gesagt, dieses Ortes nicht, die Grösse und das Verdienst seiner Gelehrsamkeit zu erörtern; seine Werke, die reifen Früchte eines geistig bewegten Lebens, zeugen davon: oder den Segen seiner sanft und energisch leitenden Lehrthätigkeit zu schildern; die zahlreichen Schüler, die von nah und fern sein Grab weinend umstanden, tragen ihn im Herzen. Die Geschichte seines Lebens wird geschrieben werden. Der letzte, wol der wichtigste Theil derselben, ist Ndie Geschichte unserer Anstalt. So hat sie denn auch mit seinem Ableben den schwersten Schlag, der sie nach dem unbeugsamen Gesetze der Endlichkeit einmal treffen müsste, in diesem Jahre überstanden. Sinnig