Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 154)
- Language
- German
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150 Zum Schlüsse weisen wir auf das sittliche Lebensbild eines Weisen (חכם) und Schriftgelehrten (תלמיד הכם) hin, welches M. in dem ethischen Abschnitte seines MiscJmeh torah entwirft1). Die einzelnen Züge desselben haben wir, soweit sie von M. eigenthümlich aufgefasst oder dargestellt worden sind, im Verlaufe der vorangehenden Entwickelung zu verwerthen gesucht. Es ist eine auf dem Grund biblischer und talmudiseher Aussprüche errichtete übersichtliche und beherzigenswerthe Zusammenstellung von Lebensregeln über Speise (Deot V, 1. 2. 10), Trank (V, 3)2), Geschlechtsleben (V, 4. 5)3), Leibesbedürfniss (V, 6), Verkehr und Sprache (V, 7), Gang (V, 8), Kleidung (V, 9), Fürsorge für die Angehörigen (V, 10), Vorbedingungen für die Gründung eines Hauswesens (V, 11), solide Grund- Sätze in der Erwerbung und Anlegung von Vermögen (V, 12), strengste Redlichkeit in Wort und That, Ermässigung der Ansprüche und billiges Entgegenkommen im Geschäftsbetriebe (V, 18). Wer, sagt M., mit der Beobachtung der religiösen Vorschriften einen Lebenswandel verbindet, der ihn in allen Einzelheiten als einen reinen, edlen, billigdenkenden und sanftmüthigen Menschen zeigt, von dem gilt das Wort Gottes beim Propheten (Jes. 49, 3): «Mein Knecht bist du, Israel, dessen ich mich rühme»4). *) Deot, Cap. V.?) Vgl. Sendschreiben an Sultan Almalik in Ker. ehern. III, 28 über das Weintrinken. 3) Vgl. das. 4) Sendschr. üb. d. Beligionszwang in Chemd. gemis., fol. 10; Jes. hat. V, 11; vgl. Deot V, 13 Schluss.