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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 135

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 135)
Language
German
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131 liehe Vorstellungen und Mangel an Gebrauch benachteiligt1). Not und Entbehrung sind für viele Menschen eine Schule der Tapferkeit und Unternehmungslust2). Selbst ein Mangel in diesem Bereiche, wie es die Schroffheit ist, lässt sich dadurch verwerten, dass dieselbe im Dienste der Wahrheit und des Rechtes angewendet wird3). — M. selbst giebt uns ein Beispiel persönlichen Mutes und Gottvertrauens, wo es galt, mit eigner Gefahr seinen Glaubensgenossen Worte der Warnung und Tröstung zu senden4). — In der Schlacht soll sich der Mannesmuth durch Tapferkeit bewähren5); da müsse Vertrauen auf Gott und die gute Sache allein die Seele erfüllen und dazu antreiben, furchtlos das Leben zu wagen, als ob man der Lieben daheim nicht gedächte6). Feigheit im Kriege sei durch das göttliche Gesetz zu wiederholten Malen verpönt, da es eines Jeden Pflicht sei, mannhaft Stand zu halten und mutig gegen den Feind vorzugehen7). Abraham aber als Retter seines Neffen Lot sei uns nicht umsonst als ein Muster kriegerischer Tapferkeit vorgeführt worden (l.Mos. 14)&). VII. Die Schonung der Thiere ist uns nicht um der Thiere, son־ dern um unserer eignen Vervollkommnung willen geboten worden. Wir sollen uns an Milde und Mitleid gewöhnen und aller Grausam־ keit fern bleiben. Sind wir daher auch durch Natur und Gesetz ermächtigt, die Thiere um unseres Nutzens willen zu tödten, so sollen wir es doch nicht aus Grausamkeit oder nur zu unserem Vergnügen thun9). Darum sei auch auf ein vorschriftsmässiges Schlach־ ten der zur Speise bestimmten Säugetiere und Vögel im mosaischen Gesetze hingewiesen (5. Mos. 12, 20), um die mildeste Form der Todtung zu gebieten10); darum sollen Mutterthier und Junges nicht zusammen, nicht an Einem Tage geschlachtet werden (3. Mos. 22, 28), um dem ersteren den schmerzlichsten Anblick zu ersparen und sei auch das Jagdgesetz vom Vogelneste (5. Mos. 22, 6 f.) neben seiner Absicht, die Gattung zu erhalten, zugleich dazu bestimmt, uns Erbarmen ף Mor. II, 38. 2) Das. III, 24 bei d. zweiten Erklärung des Wortes 5) לנסותך■. Mos. 8, 16). 3) Zu Ab. V, 20. 4) Sendschr. nach Jemen, Schluss. 5) Ygl. arist., NM. III, 9: Der Tapfere im Felde sei xupuDs avopslos. 6) M. Melach. VII, 15. 7) B. d. Ges., Verb. 58 zu 5. Mos. 3, 22 u. 7, 21. 8) Mot. III, 50. 9) Das. III, 17. Ygl. ob. S. 124, A. 6. 10) Mor. III, 26. 48. 9*

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