Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 122)
- Language
- German
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118 Menschen zu verbreiten. Darum standen sie auf so hoher Stufe und erfahren sie Gottes besondere Obhut und Fürsorge auch an ihrer dem weltlichen Leben geltenden Thätigkeit. — Zu dieser Stufe vermag kaum Jemand noch zu gelangen oder anzuleiten. Nur die früher erwähnte geringere Stufe ist durch die oben angegebene Gewöhnung erreichbar1). Jedoch müssen wir, fügt M. hinzu, den Beistand Gottes anrufen, dass er die Scheidewände, die uns von ihm trennen2), hinwegnehme, wiewohl dieselben, wie auch der Prophet sagt8), zumeist unser eignes Werk sind* 4). Nur in Folge und nach Maszgabe unserer eignen Hingebung an Gott erfahren wir auch seine Obhut und seine Hülfe, wird seine Vorsehung uns auch als Einzelwesen zu Theil5), schützt er uns vor Leid und lässt uns Alles gelingen. Dem Frommen geschieht kein Leid, es sei denn in demMomente, da seinHerz sich von Gott abgewendet hat. Wahre Gotteserkenntniss, und zwar nicht als erreichte Möglichkeitsstufe, sondern in voller, lebendiger Wirksamkeit hat sich, wie die Propheten6) und biblischen Dichter7) einmüthig sagen, stets als das zuverlässigste Schutzmittel für den Menschen bewährt. Die Jugendzeit mit dem Uebergewicht körperlicher Kraft ist, wie die Philosophen sagen8), wenig zur Tugend und somit auch wenig zu derjenigen Lauterkeit des Denkens geeignet, welche den Menschen zu vollkommner Liebe und Erkenntniss Gottes führt. Je mehr mit der Abnahme der körperlichen Kräfte zugleich das Feuer der Begierden erlischt, desto kräftiger wird der Geist, desto klarer dessen Auffassung, desto grösser dessen Freude an der Erkenntniss. Wenn dann der so fortschreitende Mensch alt geworden und dem Tode sich nähert, erhebt sich seine Fassungskraft zu höherer Stufe und die Wonne des l) S. 01). S. 14, A. 7 Schl. — Unerheblich ist, dass bachja in der daselbst angegebenen Stelle Mos eh nicht mitzählt, vermuthlich ■wegen dessen vermeintlicher Lebensweise nach der Gesetzgebung (s. bachja das. und M. in Jes. hat VII, 6 und ob. S. 112), und dafür andere ausserhalb des mosaischen Gesetzes stehende Fromme anführt:-חנוך ונח ואיוב ורעיו ג) Vgl. ob. S. 113 und A. 5 daselbst. 3) Jes. 59, 2. 4) Vgl. Mor. II, 23; III, 12 und sonst. 5) Vgl. Mor. III, 17 g. E. und III, 18. 6) Jes. 41, 10; 43, 2. 7) Ps. 118, 6; Jj. 22, 21; Ps. 91, bes. V. 14. 8) ABIST. NE. I, 1 (ob. S. 37, A. 5); III, 15: x<xt’ £1־&L1[J.!av ydo £<501. X, 10: to ydp a<0<pp6v(0{ xai xapTeptx<ös C׳fjv 04׳ 7,64 /־rot; TtoA/.ois akktos te xai veoi;.